Norderstedt
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„Halleluja! Es riecht nach Mann“

Weder zart noch zimperlich: Die Zimtschnecken mischten das Norderstedter Publikum mit ihren Liedern ordentlich auf.

Weder zart noch zimperlich: Die Zimtschnecken mischten das Norderstedter Publikum mit ihren Liedern ordentlich auf.

Foto: Heike Linde-Lembke

Das Frauen-Trio Zimtschnecken begeisterte das Publikum im Norderstedter Kulturwerk mit Koketterie und frechen Texten.

Norderstedt.  „Nach diesem Abend werden Sie sich endlich von Ihrem Partner trennen!“, meinte eine Männerstimme aus dem Off. Das war’s auch schon mit Mann, denn der kommt in der Show der Zimtschnecken nur als Objekt weiblicher Begierde vor.

Die Zimtschnecken sind denn auch weder zart noch zimperlich. Mit ihrer Show „Hamburger Swing“ à la Andrew Sisters mischte das Frauen-Trio gehörig den voll besetzten Saal im Kulturwerk auf und begeisterte das Publikum mit Koketterie und kernigen Sprüchen.

Die drei Sängerinnen Sörin Bergmann, Anne Weber und Victoria Fleer kommen in Matrosenkleidchen daher, im ersten Set noch klassisch in Blau, im zweiten wild in Rot. Diese Farbwahl steht auch für den Charakter der Swing-Evergreens, auf deren Melodien Anne Weber freche Texte setzte. Im ersten Teil geht es noch gesittet zu, beispielsweise mit der Boogie-Woogie-Blaskapelle Boberger Loch, in dem die drei nach Musik vom Band die Luft-Trompeten und -Posaunen blasen, sich in der Fischbeker Heide mit ihrem Lover vergnügen oder mit Rudi, der mit dem gebügelten Pulli, in der ersten Reihe anbandeln.

Das Publikum darf den Refrain mitsingen

Irgendein Mann ist immer dran, vor allem, wenn Vicky (Victoria Feer) auf Anbagger-Tour geht. Zum Dank haucht Rudi ihr einen Kuss auf die Hand. Blöd nur, dass Anne (Anne Weber) ihren Sebastian verlassen hat, nun aber vor Sehnsucht vergeht. „Ich such dir ‘nen Kerl aus Norderstedt, was Handfestes“, meint Vicky fürsorglich, bevor das Trio einen Hawaii-Song zur Ukulele singt und sich eine imaginäre Caipirinha mixt. Dazu darf das Publikum den Refrain singen, bevor die drei hüftswingenden Frauen in hohen Tempi und triebgesteuert „Es riecht nach Mann, Halleluja!“ bringen.

Die Gesangs-Arrangements schrieb Sörin Bergmann, die Choreografie entwickelte Victoria Fleer. Im zweiten Teil, nun in roten Matrosenkleidchen, ließen die Damen endgültig alles Damenhafte sausen, feierten lasziv Sex mit ihrem Taxifahrer auf Mallorca und tanzten Charleston zum Lied „Ich bin in dich verknallt“. Ob sich indes jemand vom Partner getrennt hat, ist bisher nicht bekannt.