Norderstedt
Umfrage zur Sicherheit

Die Angsträume der Jugendlichen in Norderstedt

Umfrage zur Sicherheit junger Menschen in der Stadt (v.l.): Wolfgang Banse (Kriminalpräventiver Rat), Sven Nowatzky (Kinder- und Jugendbeirat), Oliver Jankowski (Koordinator Kinder- und Jugendbeteiligung)

Umfrage zur Sicherheit junger Menschen in der Stadt (v.l.): Wolfgang Banse (Kriminalpräventiver Rat), Sven Nowatzky (Kinder- und Jugendbeirat), Oliver Jankowski (Koordinator Kinder- und Jugendbeteiligung)

Foto: Christopher Herbst

Die meisten Norderstedter Jugendlichen fühlen sich in der Stadt sicher – außer am Herold-Center, in Glashütte oder Norderstedt-Mitte

Norderstedt.  Die meisten Kinder und Jugendlichen in Norderstedt fühlen sich in der Stadt sicher. Das ergab eine Umfrage unter 242 Schülerinnen und Schülern an fünf weiterführenden Schulen in den Klassenstufen 5 bis 13. Sie wurden vom Kinder- und Jugendbeirat, dem Kriminalpräventiven Rat Norderstedt und dem Koordinator für die Jugendbeteiligung der Stadt, Oliver Jankowski befragt.

Am sichersten ist es immer noch zu Hause

Die Schüler sollten in einem anonymen Online-Verfahren sowohl Wohlfühl- als auch Unwohlfühlorte in Norderstedt benennen und ihr Sicherheitsgefühl in vier Abstufungen von sehr sicher, sicher, eher unsicher bis unsicher bestimmen. Die meisten Schüler bewegten sich zwischen sehr sicher und sicher. Als Wohlfühlorte werden der Stadtpark bezeichnet, aber auch der Moorbekpark, die Schulgelände, die Bücherei in Norderstedt-Mitte, der Forst und das Moor in Harksheide und ganz generell das eigene Zuhause. Das gute Sicherheitsgefühl der Befragten bedeutet aber nicht, dass die Kinder- und Jugendlichen keine Angsträume in der Stadt kennen würden.

Betrunkene, Bekiffte und laute Jugendliche, die „abhängen“

Als Unwohlfühlorte stachen insbesondere drei Regionen hervor: Das Gebiet um das Herold-Center, das Gebiet um den Bahnhof Norderstedt Mitte und das Gebiet um den Glashütter Markt und der Mittelstraße. Die Unterführung der Bahnstation Moorbekhalle wurde auch als unsicherer Ort deklariert, weil dort Jugendgruppen „abhingen“.

Schüler der Klassen 5 bis 8 beschreiben den Glashütter Markt so: „Wenn der Kiosk auf hat, sind da komische Männer, die mir Angst machen.“ Über die Mittelstraße sagen Schüler der Klassen 9 bis 13: „Prügelei zu zu jeder Zeit. Abends und nachts eine No-Go Area. Am Busbahnhof Glashütte Markt werden sehr häufig Fahrradreifen zerstochen. Glashütte Markt hängen rund um die Uhr Betrunkene ab.“

In Norderstedt-Mitte wurde sogar schon geschossen

Über das Herold-Center sagen die Schüler: „Viele Gewalttätige, Betrunkene, spät ab 20 Uhr. Homophobe Anfeindungen. Gruppen von Jugendlichen, die herumgrölen. Sie stehen an den Eingängen des Centers ab nachmittags. Fahrräder werden geklaut.“

Auch Norderstedt-Mitte kommt nicht gut weg: „Drogen, Überfälle, Verfolgungen, immer unheimlich. Komische Leute, Betrunkene. Fühle mich unwohl, wenn ich im Dunkeln auf den Bus warten muss, weil man dort ab und zu von komischen Menschen angesprochen wird. Meine Mutter wurde da auch schon mal angeschossen, von einer Soft-Air Pistole. Betrunkene und bekiffte Leute fallen unangenehm auf.“