Norderstedt
Norderstedt/Kiel

Falscher Paketbote muss sechseinhalb Jahre ins Gefängnis

Ein falscher Paketbote muss für sechseinhalb Jahre in Haft (Symbolfoto).

Ein falscher Paketbote muss für sechseinhalb Jahre in Haft (Symbolfoto).

Foto: Christophe Gateau / dpa

Der Mann wurde wegen besonders schweren Raubes verurteilt. Verteidigung wird keine Rechtsmittel einlegen.

Norderstedt/Kiel.  Das Landgericht Kiel hat im Prozess gegen den Drahtzieher der falschen Paketboten aus Norderstedt das Urteil gesprochen: Der 56-jährige Mann muss wegen besonders schweren Raubes und Körperverletzung für sechs Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Staatsanwaltschaft und Verteidigung kündigten nach dem Urteil an, keine Rechtsmittel dagegen einzulegen.

Opfer des Überfalls am 20. Dezember 2017 war eine Familie. Der gebürtige Serbe hatte Komplizen angeheuert, die sich als Paketboten ausgaben und an dem Wohnhaus an der Quickborner Straße klingelten. Sie überwältigen die völlig überraschte Ehefrau, während die 18-jährige Tochter aus dem Obergeschoss die Polizei rief. Die Täter traten ihre Tür ein, fesselten und knebelten ihr Opfer und drohten mit einem Elektroschockgerät. Die Alarmanlage setzten die Männer außer Kraft.

Der Mann hat seine Ehefrau misshandelt

Der 56-Jährige wird für die brutale Misshandlung der Ehefrau verantwortlich gemacht. Sie wurde getreten und zu Boden gestoßen. Außerdem fesselten die Männer die Frau mit Klebeband und stopften ihr als Knebel eine Sturmhaube in den Mund.

Die 50-Jährige erlitt einen Halswirbelbruch und leidet seit dem Überfall an Angstzuständen und Bluthochdruck. Zwei Männer wurden noch am Tatort festgenommen, den anderen beiden gelang zunächst die Flucht. Der dritte Mann wurde kurz darauf im Transporter gestoppt. Der vierte Mann wurde in der Ukraine festgenommen.