Norderstedt
Kiel/Schackendorf

„Ich habe meine Frau nicht umgebracht“

Der Angeklagte beteuerte auch in seinen letzten Worten im Prozess seine Unschuld.

Der Angeklagte beteuerte auch in seinen letzten Worten im Prozess seine Unschuld.

Foto: Carsten Rehder / dpa

Mordprozess Schackendorf: Verteidigung fordert Freispruch für Volker L. (48) – Das Urteil wird am 26. Februar erwartet.

Kiel/Schackendorf.  Im Prozess um die Tötung von Nadine L. (34) in Schackendorf hat die Verteidigung am Freitag Freispruch für den wegen Mordes angeklagten Ehemann (48) gefordert. Zuvor hatte die Staatsanwältin auf eine lebenslange Freiheitsstrafe für Volker L. plädiert. Sie warf dem als notorisch eifersüchtig beschriebenen Witwer vor, seine Frau im November 2017 in der Feldmark mit einem Zaunpfahl erschlagen zu haben. Für die Plädoyers hatte die Schwurgerichtskammer des Kieler Landgerichts die Öffentlichkeit ausgeschlossen, nachdem eine Ex-Partnerin des Angeklagten als Zeugin intime Details über ihre Beziehung zu Volker L. preisgegeben hatte. Auch das in der Strafprozessordnung vorgesehene letzte Wort ergriff der Angeklagte hinter verschlossenen Türen.

Nach Angaben einer Gerichtssprecherin fasste sich Volker L. kurz: „Ich habe meine Frau nicht umgebracht. Mehr ist dazu nicht zu sagen.“ Strafverteidiger Jonas Hennig hatte zuvor in einem zweistündigen Schlussvortrag die Beweiskraft zahlreicher Indizien infrage gestellt. Auch die Glaubhaftigkeit von Zeugen stellte der Anwalt in Zweifel.

Schon zum Auftakt des seit Oktober 2018 laufenden Prozesses hatte Rechtsanwalt Hennig der Polizei einseitige Ermittlungen vorgeworfen. Die Spuren eines namentlich bekannten Straftäters aus Polen, die an einem Isolator des Zaunpfahls sichergestellt wurden, ließen auf einen anderen Täter schließen. Trotz internationaler Fahndung konnte der mysteriöse Spurenleger nicht aufgefunden werden. Der Strafverteidiger hatte zudem erklärt, sein chronisch herz- und zuckerkranker Mandant wäre schon körperlich nicht in der Lage gewesen, die im Kampfsport trainierte Nadine L. zu überwältigen.

Der Rechtsanwalt der als Nebenklägerin zugelassenen Mutter des Opfers, Oliver Jürgens, hatte sich der Forderung der Staatsanwältin nach lebenslanger Haft angeschlossen. Das Urteil wird für den 26. Februar erwartet.