Norderstedt
Norderstedt

Wenn die Mutter an Depressionen leidet

Wenn eine Mutter an Depressionen leidet, machen sich die Kinder oft große Sorgen.

Wenn eine Mutter an Depressionen leidet, machen sich die Kinder oft große Sorgen.

Foto: dpa Picture-Alliance / Peter Steffen / picture alliance / dpa

Eine psychische Erkrankung ist für alle Familienangehörige eine große Belastung. Ein 15-Jähriger berichtet von seinen Erfahrungen.

Norderstedt.  „Wenn ein Mensch nicht mehr da ist, obwohl er da ist und direkt neben einem sitzt. Er ist immer da. Wie ein Schatten, der sich über alles und jeden legt.“ So beschreibt der 15 Jahre alte T. ein bedrückendes Gefühl, das er kennt, seit seine Mutter an Depressionen leidet.

Wir sind im Park verabredet. T. sieht etwas müde aus, ist dann aber sehr motiviert, mit mir zu sprechen. Ob er sich noch daran erinnert, wann er merkte, dass es seiner Mutter nicht gut gehe, will ich wissen? T. schaut zum Boden und antwortet schließlich: „Meine Mutter kam vor zwei Jahren abends nach Hause und war am Boden zerstört. Ihre Arbeit als Pharmazeutisch-technische Assistentin hatte sie schon vorher häufig merklich gestresst. Aber an dem Abend... Wir wussten alle, dass es ein Burn-out sein musste und machten uns große Sorgen.“ Ein Burn-out sei aber doch etwas anderes als eine Depression, wende ich ein. T. nickt und versucht, die Situation zu erklären: „Das Problem bei meiner Mutter war, dass sie sich nicht wieder wirklich erholt hat. Dass sie dann eine Zeitlang überhaupt nicht gearbeitet hat, hat sie noch weiter runtergezogen.“ Im Übrigen habe sie immer offen mit ihm über alles gesprochen, sagt T. und betont: „Gerade am Anfang war es schwer für mich, damit umzugehen. Meine Mutter in diesem Zustand zu sehen, hat mir ziemlich zugesetzt.“ Glücklicherweise seien sein Vater und sein älterer Bruder immer auch für ihn dagewesen.

Mittlerweile ist die Mutter von T. auf dem Weg der Besserung: „Es gibt immer Hochs und Tiefs, aber ich würde trotzdem sagen, dass es wieder besser wird. Meine Mutter hat vor Kurzem wieder angefangen zu arbeiten – und das macht uns allen Mut. Vor allem aber hilft es meiner Mutter, sich wieder besser zu fühlen.“

Und was wird die Zukunft bringen, will ich abschließend wissen. T. lächelt und sagt dann etwas nachdenklich: „Ich hoffe natürlich, dass alles wieder wird wie früher. Aber auch, wenn das nicht der Fall sein sollte, werden wir das als Familie zusammen durchstehen. Man sollte an alles immer mit positiven Gedanken herangehen.“