Norderstedt
Personalie

Nur ein halber Ehrenamtsberater für Norderstedt

Ruth Weidler beantragte für die CDU, dass die Stabsstelle Ehrenamt auf eine halbe Stelle reduziert und auf zwei Jahre befristet wird.

Ruth Weidler beantragte für die CDU, dass die Stabsstelle Ehrenamt auf eine halbe Stelle reduziert und auf zwei Jahre befristet wird.

Foto: CDU Norderstedt

Der Hauptausschuss verweigert der Oberbürgermeisterin außerdem den Beauftragten für Digitalisierung. SPD stellt sich gegen die Pläne.

Norderstedt.  Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder will jemanden im Rathaus sitzen haben, der sich ausschließlich um die Ehrenamtlichen und ihre Bedürfnisse in der Stadt kümmern soll. Und einen Mitarbeiter, der die Digitalisierungsstrategie der Verwaltung mit ihrem Online-Service für Bürger und Unternehmen voranbringen soll. Dafür wollte sie im Nachtragshaushalt zwei neue Stabsstellen haben. Besoldet sind sie mit 2711 Euro (Ehrenamt) und 3168 Euro (Digitalisierung) Grundgehalt.

Doch das war wohl zu viel des Guten für die Politik. Ruth Weidler beantragte für die CDU, dass die Stabsstelle Ehrenamt auf eine halbe Stelle reduziert und auf zwei Jahre befristet wird. „Es gibt bereits viele Hilfsangebote für Ehrenamtliche, etwa auf Landesebene. Wir wollen keinen Wasserkopf in der Verwaltung!“ Die CDU sieht die Notwendigkeit, dass es einen Koordinator gibt, der Ehrenamtliche in die richtigen Angebote vermittelt. Dafür reiche aber die halbe, befristete Stelle. „Um zu sehen, wie es läuft“, sagt Weidler. Außerdem wurde die Stellenbeschreibung um den Bereich Städtepartnerschaften reduziert. Hier sieht Weidler die Zuständigkeit – wie bisher – im Kulturbereich.

SPD setzt sich weiterhin für Stabstelle Digitalisierung ein

Bei der Stabsstelle Digitalisierung herrschte Unverständnis bei vielen Politikern. Gibt es mit IT-Leiter Norbert Weißenfels nicht schon einen kompetenten IT-Mann im Rathaus? „Außerdem konnte das Rathaus uns nicht schlüssig erläutern, wieso in der Stellenausschreibung als Eignung Kenntnisse in Betriebs- und Volkswirtschaft stehen, aber keinerlei IT-Qualifikation gefordert wird“, sagte Christian Waldheim von der AfD. Er beantragte schließlich die Streichung der Stelle, die Abgeordneten von CDU, FDP und den Grünen stimmten dafür.

Emil Stender von der SPD kritisiert das Abstimmungsergebnis: „Das konservative Lager hält diesen Schritt hin zu Bürgerfreundlichkeit und Modernisierung offensichtlich nicht für notwendig.“ Unverständlich sei für ihn, wie man gegen eine volle Stabstelle Ehrenamt sein könne, die das so wertvolle ehrenamtliche Engagement in der Stadt unterstützen und beraten sollte. „Ein Schlag ins Gesicht der vielen Ehrenamtler in Vereinen, Feuerwehr und unserer Kulturträger“, sagt Stender.

Die SPD will im Sinne der Oberbürgermeisterin einen zweiten Versuch starten. In der Stadtvertretung am heutigen Dienstag will die Fraktion erneut die Stabsstelle für Digitalisierung sowie die Aufstockung der Stabsstelle Ehrenamt beantragen. „Wir hoffen, dass die übrigen Fraktionen noch einmal in sich gehen und die Wichtigkeit dieser Entscheidungen für die Menschen in Norderstedt und die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt erkennen“, appelliert Emil Stender.