Norderstedt
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Wortakrobat entpuppte sich als Nullnummer

Comedy Artist Jens Ohle (Mitte) holte sich mit Andy (r.) und Kai Hilfe aus dem Publikum

Comedy Artist Jens Ohle (Mitte) holte sich mit Andy (r.) und Kai Hilfe aus dem Publikum

Foto: Heike Linde-Lembke

Der Auftakt der Kleinkunstbühnen-Saison im Norderstedter Kulturwerk war laut und langweilig. Nullnummer des Abends ist Achim Knorr.

Norderstedt.  Es war einmal. Als der Auftakt zur Kleinbühnen-Saison des städtischen Kulturbüros im Kulturwerk noch „Mixed Show“ hieß und diejenigen Comedians auf der Bühne im Norderstedter Kulturwerk versammelte, die in der kommenden Kleinkunst-Saison auftreten würden. Doch aus der „Mixed Show“ schmiedeten das seit einem Jahr leitungslose Kulturbüro und Comedian Marcel Kösling „Köslings Komedy Klub“.

Nicht also diejenigen, die demnächst in der Reihe Kleinkunst auftreten – Horst Schroth, Emmi und Willnowsky, Chin Meyer, Andrea Bongers und Johannes Flöck – tauchten im hustenreizenden Bühnennebel auf, sondern Comedy-Artist Jens Ohle, der Kölner Komiker Achim Knorr, der Hamburger Comedian Kerim Pamuk und Marcel Kösling als Moderator.

Die Nullnummer des Abends kam aus Köln

Kösling spulte nur einige seiner bereits bekannten Gags ab, denen er höchstens einen neuen Schal zum alten Gewand verpasste. Die Nullnummer in diesem Nullsummenspiel aber kam aus Köln. Achim Knorr. Angepriesen als Wortakrobat, doch seine Wortspielchen kamen kaum über Stammtisch-Reimeleien hinaus. Langeweile kompensierte der Mann mit Lautstärke.

Die war auch Begleiterin des Comedy-Artisten Jens Ohle. Immerhin bot der Mann zirzensische Nummern mit Leiter, Einrad, Fackeln, Schwertern und Bällen. Und er bezog das Publikum ein, auch, indem er sich einige gut gelaunte „Assistenten“ holte, Sandra, Tobias, Andy und Kai. Doch meinte er selbst, dass man ja nicht beim Zirkus Krone sei. Recht hatte er. Aber in der Nullnummern-Show war er immerhin einer von zwei Lichtblicken.

Zweiter Lichtblick war Kerim Pamuk

Der zweite Lichtblick war Kerim Pamuk. Der versuchte sich zumindest am Anfang mit politischen Seitenhieben auf den Präsidenten des Herkunftlandes seiner Familie, Recep Tayyip Erdoğan. Doch damit war auch sein politisches Repertoire versiegt. Die anderen, außer Kösling, der über Seehofer kalauerte, brachten erst gar keine Polit-Satire – und das in einer Zeit, die eine politische Schauerlichkeit nach der nächsten liefert.

Kerim Pamuk holte stattdessen sehr komisch und mit viel Selbstironie die Unterschiede zwischen Deutschen und Türken aufs Tapet. Dafür gab es denn auch viel Applaus.