Norderstedt
NZ-Regional

Hier stürzte 1864 der Maler Rohlfs vom Baum

Die erste urkundliche Erwähnung sowie die Entstehung des Ortsnamens sind nicht überliefert. Historiker gehen aber davon aus, dass Fredesdorf um 1200 entstanden ist. Die kleine Gemeinde dürfte vor allem in Kunstkreisen bekannt sein: Denn in Fredesdorf stürzte Christian Rohlfs, der später ein weltbekannter Maler werden sollte, 1864 von einem Baum und zog sich eine schwere Beinverletzung zu. Der behandelnde Arzt, ein Schwager Theodor Storms, gab dem Jungen Zeichenmaterial. Er erkannte schnell das künstlerische Talent des Jungen und förderte ihn. Der Apfelbaum steht noch im Garten in der Christian-Rohlfs-Straße.


Ein nicht ganz so schönes Ereignis suchte die Gemeinde im Jahre 1920 heim: Ein Großfeuer, dem jeweils fünf Wohnhäuser und Scheunen zum Opfer fielen. Wie sich danach herausstellte, wurde das Feuer durch spielende Kinder ausgelöst.

Das Wappen zeigt einen Ring aus Lindenblättern, in dessen Zentrum ein Torfkarren zu sehen ist. Darüber zieht sich ein blauer Wellenbalken quer über den gelben Grund. Der Wellenbalken symbolisiert das Quellgebiet der Schmalfelder Au. Der Ring aus grünen Lindenblättern stellt den mit Linden umsäumten Dorfplatz dar, der auch heute noch Mittelpunkt des kulturellen Dorflebens ist. Zudem erinnert der Ring aus Lindenblättern an die zehn Vollhufen, die einst das Dorf bildeten. Der schwarze Torfkarren verweist auf den Torfabbau im Fredesdorfer Moor, der bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts eine große wirtschaftliche Bedeutung fürden Ort hatte.

Heute leben 415 Menschen in Fredesdorf, das sich zu einem familienfreundlichen Dorf mit junger Altersstruktur entwickelt hat. Viele verschiedene Vereine und ein aktiver Kulturausschuss sorgen für ein buntes Kulturangebot, das allen Altersklassen etwas bietet. Der Kindergarten samt Krippe und viele Spielmöglichkeiten untermauern die familiäre Ausrichtung der Gemeinde. Die Nahversorgung erfolgt in den Nachbarorten.