Norderstedt
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Stadt zahlt eine Million Euro für Fremdwasser

Etwas über 1 Million Euro entfiel nur auf das Fremdwasser (Symbolfoto)

Etwas über 1 Million Euro entfiel nur auf das Fremdwasser (Symbolfoto)

Foto: imago stock&people / imago/Frank Sorge

Der Grund sind vor allem undichte Rohre, über die Regenwasser in die Kanalisation eindringt. 2017 war ein regenreiches Jahr.

Norderstedt.  Die Norderstedter haben 2017 über 5,1 Millionen Kubikmeter Abwasser produziert und in die Kläranlagen abgeleitet. Allerdings waren mehr als 900.000 Kubikmeter davon nicht zuvor aus den Wasserhähnen und Zuleitungen von Norderstedter Haushalten und Betrieben geflossen. Diese Wassermassen waren sogenanntes Fremdwasser. Mit 17,44 Prozent Anteil am Gesamtaufkommen liegt der Anteil 2017 so hoch wie zuletzt 2002.

In Euro und Cent umgerechnet bedeutet das: Von den 2017 angefallenen Abwassergebühren in Höhe von 8.326.320,36 Euro, die von der Stadt Norderstedt an die Abwasserentsorger in Hamburg, Henstedt-Ulzburg und Pinneberg zu bezahlen waren, entfiel etwas über 1 Million Euro nur auf das Fremdwasser.

Gesamtabwassermenge steigt stetig

Wasser kann auf dunklen, illegalen Kanälen ins Abwassersystem gelangen – im wahrsten Sinne des Wortes. Also etwa dann, wenn Private oder Firmen ihr Abwasser illegal und unbemerkt in die städtische Kanalisation einlaufen lassen. Doch den Anteil dieses Fremdwassers schätzt die Stadt eher gering ein. Der Löwenanteil des Fremdwasser speist sich aus undichten Abwasserrohren, über die Regenwasser in die Kanalisation eindringt. 2017 war ein regenreiches Jahr, entsprechend hoch der Fremdwasseranteil. 2016 lag er bei 831.000 Kubikmetern.

In allen Jahren davor war er deutlich niedriger, im Schnitt nie höher als 300.000 oder 400.000 Kubikmeter. Die Gesamtabwassermenge steigt seit Jahren stetig. Die Kosten für die Entsorgung sind 2017 allerdings um 80.000 Euro gesunken, was auf geringere Personal- und Unterhaltungskosten zurückgeht. Von den insgesamt erzielten 8,9 Millionen Euro an Abwassergebühren bleiben 2017 unter dem Strich noch 254.000 Euro nach Abzug aller Kosten übrig. Dieser Überschuss wird die Gebühren für Schmutzwasser im Jahr 2019 senken.