Norderstedt
Serie „Liebeserklärung“

Todesfelde - Was die Gemeinde so liebenswert macht

Die Gemeinde Todesfelde

Die Gemeinde Todesfelde

Foto: TA CAPS / Thorsten Ahlf

Sie sind hier geboren und fest verwurzelt. Oder sie sind voller Überzeugung in den Ort gezogen, weil es ihnen hier so gut gefällt.

„Hier gibt es auch malerische Ecken“

In Todesfelde backen die Landfrauen nicht nur Torten und Kuchen. Die 79 Damen rund um die Vorsitzende Heidi Behrmann setzen sich aktiv für die Verschönerung der Gemeinde ein – und zwar in Form eines knallbunten Wandbildes, das die Landfrauen mit zwölf Kindern in den Sommerferien gestaltet haben. „Die Teilnehmer haben das wirklich super gemacht und waren mit viel Eifer bei der Sache“, freut sich Heidi Behrmann über das kreative Ergebnis. Im September soll das „Meisterwerk“ dann endgültig fertiggestellt werden. Und die Landfrauen haben ein neues Feld für sich entdeckt – sie wollen sich auch künftig um kulturelle Projekte im Ort kümmern.

„Für uns ist das wie Bundesliga“

Wenn Olaf Warn auf den SV Todesfelde angesprochen wird, dann leuchten seine Augen. Der glühende Anhänger der Oberligamannschaft engagiert sich seit fast zwei Jahrzehnten ehrenamtlich für den Verein: Zusammen mit anderen Fans hat er den Fußballplatz im Laufe der Jahre in ein schmuckes Stadion verwandelt. Eine Haupttribüne mit Sprecherkabine, die Nordkurve und ein eigener Meisterbalkon dürften in der Oberliga einmalig sein. „Fans und Mannschaft sind wie eine große Familie, und Todesfelde ist sehr stolz auf die 1. Herren“, sagt der Zimmerermeister, der seine Stadionbauten meist auf einem Bierdeckel entwirft. Als nächstes werden die sanitären Anlagen komplett erneuert, danach ist der Bau einer VIP-Tribüne geplant.

„Todesfelde ist ein lebendiger Ort“

Karl-Heinz Zeigenbein hält Todesfelde schon ein Leben lang die Treue. „Wir Todesfelder halten zusammen und haben eine tolle Dorfgemeinschaft“, sagt der Bürgermeister, der sich seit 36 Jahren kommunalpolitisch engagiert. In seiner Amtszeit möchte Ziegenbein den Ort voranbringen, gleichzeitig aber auch den dörflichen Charakter erhalten. Altersgerechtes Wohnen ist ebenfalls ein Punkt, den er in den nächsten Jahren realisieren möchte. Außerdem soll die gemeindeeigene Gaststätte Zur Eiche saniert und wieder in Betrieb genommen werden. Dafür wird noch dringend ein Pächter gesucht.

„Mehr als ein normaler Fußballverein“

Seit vier Jahren kickt Luca Sixtus mit dem SV Todesfelde in der Oberliga, Schleswig-Holsteins höchster Amateurklasse. „Wir sind eine junge hungrige Truppe, in der ich mich pudelwohl fühle“, schwärmt der Mittelfeldmotor, der auch außerhalb des Platzes eine gute Figur macht. Sixtus schreibt regelmäßig Berichte für die Stadionzeitung und packt gern mit an, wenn Hilfe benötigt wird. Am 3. Oktober spielt das Team im Halbfinale des Landespokals gegen den VfB Lübeck. „Als Außenseiter haben wir nichts zu verlieren“, sagt Sixtus und hofft auf das Finale. Der Sieger des Landespokals darf in die erste Runde des DFB-Pokals einziehen.

„Guten Tag, was darf es sein?“

Bei Viktor Kaufmann ist der Name Programm: Seit sieben Jahren betreibt er im Herzen der Gemeinde einen Kaufmannsladen. „Hier ist immer was los“, sagt er und begrüßt den nächsten Kunden mit „Moin Wolfgang“. Zwischen 300 und 400 Menschen kommen täglich, um sich bei Kaufmann mit den verschiedensten Waren einzudecken. „Unser Sortiment bietet rund 1000 Produkte“, sagt Kaufmann. Stammkunden dürfen ihre Einkäufe sogar anschreiben lassen. „Kann ja immer mal passieren, dass man sein Geld zu Hause vergessen hat.“ Zu einigen seiner Kunden hat Viktor Kaufmann im Laufe der Jahre eine enge Freundschaft aufgebaut.

„Ohne Kalender geht nichts“

Wie praktisch: Der Kulturausschuss bringt jedes Jahr einen Veranstaltungskalender heraus, in dem die kulturellen Höhepunkte Todesfeldes bereits eingetragen sind. „So ist ganz sicher, dass niemand die wichtigsten Termine verpasst“, sagt der Vorsitzende Thomas Stürwohld schmunzelnd. Zum traditionellen Ostereier-Suchen und dem Maifest gesellen sich sechs weitere Veranstaltungen. Neu ist der Dorf-Flohmarkt mit über 150 Verkaufsständen. „Das ist so gut angekommen, dass wir es am 23. September wiederholen“, so Stürwohld, der auch den Neujahrsempfang wieder fest etablieren möchte.