Norderstedt

U-Bahn-Surfer nach Unfall mit der U 1 in Lebensgefahr

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Andreas Burgmayer

27-Jähriger Hamburger verletzt sich schwer am Kopf. Der genaue Hergang des Unfalls ist noch unklar.

Norderstedt. Sie sprechen vom Kick und von der Lust am Verbotenen – und springen auf S- oder U-Bahnen und fahren, zum Beispiel stehend auf den Kupplungen der Waggons, von Station zu Station – sie nennen sich Bahn-Surfer. Am Montag hat ein 27-jähriger Hamburger einen hohen Preis für diesen Kick bezahlt. Beim Surfen auf einem Zug der Linie U 1 in Norderstedt verletzte er sich schwer. Am Dienstag schwebte der Mann immer noch in Lebensgefahr.

Wie genau der Mann es auf den Zug schaffte, ist noch unklar. „Er muss an der Haltestelle Norderstedt-Mitte auf das Dach eines Waggons geklettert sein“, sagt Seyma Stephan, Sprecherin der Polizeidirektion in Bad Segeberg. Der Zugfahrer und offenbar auch niemand sonst auf dem Bahnsteig bemerkte den 27-Jährigen. Die U-Bahn setzte sich gegen 23 Uhr in Richtung Hamburg in Bewegung. Schon während der kurzen Fahrt zur nächsten Haltestelle am Richtweg muss es zum Unglück gekommen sein. Der U-Bahn-Surfer hat sich irgendwo den Kopf gestoßen und dabei lebensgefährliche Verletzungen erlitten.

Wartende Fahrgäste entdecken den Verletzten am Richtweg

Als die U-Bahn an der Station Richtweg einfährt, entdecken zwei wartende Fahrgäste den Verletzten auf dem U-Bahn-Dach. Glück im Unglück für den 27-Jährigen, der sich sicher nicht mehr lange auf dem Zug hätte halten können. So wurde er von Rettungskräften geborgen und in ein Krankenhaus gebracht. Dort wurde unter anderem festgestellt, dass der 27-Jährige auch unter Alkoholeinfluss stand. Die U-Bahn-Station Richtweg musste in Richtung Hamburg für eine Stunde gesperrt werden.

Wie viele Unfälle es mit U-Bahn-Surfern in Hamburg und der Metropolregion im Jahr gibt, dazu gibt es von der Hochbahn Hamburg keine offiziellen Zahlen. Sprecher Christoph Kreienbaum nennt das gefährliche Treiben der Bahn-Surfer „ein absolut unverantwortliches Verhalten“. Der Surfer gefährde nicht nur sein Leben, wenn er auf dem Dach eines bis zu 80 Stundenkilometer schnellen Zuges unterwegs ist. Im Falle eines Unglücks würden noch dazu der Zugfahrer, Kinder und andere Passanten mitbekommen, wenn ein Mensch stirbt, weil er vom Dach rutscht, einen 750-Volt-Stromschlag erleidet oder überfahren wird.

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