Kreis Segeberg

Stadtradeln – jetzt geht’s richtig los

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Michael Schick

Foto: Sophia Kembowski / dpa

Kampagne für Klimaschutz und Gesundheit startet am 5. Juni. Kreis Segeberg ist mit fünf Städten und Gemeinden dabei.

Kreis Segeberg.  Drei Wochen lang haben sie fürs Klima und für die Gesundheit gestrampelt und den Äquator 1,84-mal umrundet – rein rechnerisch natürlich. 343 Männer und Frauen haben sich im Vorjahr im Kreis Segeberg am Stadtradeln beteiligt und 73.584 Kilometer zurückgelegt. Und: Die fleißigen Radler haben durch den Verzicht aufs Auto 10.596 Kilo CO2 eingespart und damit einen Beitrag zum Klimaschutz geleistet.

Da stellt sich die Frage, ob die Radler im Kreis Segeberg das Ergebnis aus 2015 überbieten können. Vom 5. bis 25. Juni werden wieder die fleißigsten Fahrer gesucht. Die gesammelten Kilometer werden auf www.stadtradeln.de veröffentlicht. Die Teams können jederzeit sehen, wo sie im Bundesvergleich stehen. Die radelstärksten Städte und Gemeinden werden ausgezeichnet, es gibt hochwertige Sachpreise rund ums Fahrrad. Bisher haben sich 111 Teilnehmer angemeldet, mitmachen ist noch möglich.

Im Team macht das Radeln besonders viel Spaß, die Motivation steigt

Norderstedt, Henstedt-Ulzburg, Bad Bramstedt, Bad Segeberg und Wahlstedt sind mit von der Partie. „Das Fahrrad ist gerade auf kurzen Strecken meist das schnellste Verkehrsmittel. Es bringt uns ohne Stau und Parkplatznot zuverlässig und CO2-frei ans Ziel und hält uns auch noch fit und in Form“, schreiben Landrat Jan Peter Schröder sowie die Bürgermeister Hans-Joachim Grote (Norderstedt), Stefan Bauer (Henstedt-Ulzburg), Hans-Jürgen Kütbach (Bad Bramstedt), Dieter Schönfeld (Bad Segeberg) und Matthias Bonse (Wahlstedt) in ihrem Aufruf zur Kampagne. Im Team mache das Radeln besonders viel Spaß. „Steigen sie mit uns aufs Rad und radeln sie für ihre Gesundheit und für ein gutes Klima! Zeigen wir, was möglich ist, wenn ein ganzer Landkreis in die Pedale tritt“, heißt es weiter.

Für Norderstedt ist die Teilnahme Pflicht, schließlich will OB Grote die Stadt zur Fahrrad-Stadt wandeln. Und: Bis 2040 will Norderstedt klimaneutral werden. Es soll nur so viel CO2 in die Luft gepustet werden, wie auch gebunden werden kann. Etwa ein Fünftel der klimaschädlichen CO2-Emissionen in Deutschland entstehen im Verkehr: 161 Millionen Tonnen. Davon werden allein 149 Millionen im Straßenverkehr emittiert. „7,5 Millionen Tonnen ließen sich vermeiden, wenn nur rund 30 Prozent der Kurzstrecken bis sechs Kilometer in den Innenstädten mit dem Fahrrad statt mit dem Auto gefahren würden“, sagt Christine Werner vom städtischen Amt für Nachhaltigkeit. Radler tragen außerdem dazu bei, den Straßenlärm zu reduzieren und so die Lebensqualität zu verbessern.

Im Vorjahr haben 25 Kommunalpolitiker aus Norderstedt teilgenommen

Verwaltungschef Grote und Stadtpräsidentin Kathrin Oehme rufen aber nicht nur die Bürger auf mitzuradeln. Die Politiker sollten mit gutem Beispiel vorangehen, doch hinter der Rubrik „Mitglieder der Stadtvertretung“ steht noch eine Null. Im Vorjahr haben 25 Kommunalpolitiker teilgenommen. Bisher haben sich vier Norderstedter Teams mit 42 Teilnehmern gemeldet. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) schickt zwölf Mitglieder ins Rennen, das Lise-Meitner-Gymnasium neun, das offene Team vier, und die Gruppe „Critical Mass“, die immer freitags die Straßen entert, um für die Gleichberechtigung der Radler im Verkehr zu kämpfen, nimmt mit 17 Männern und Frauen teil.

Noch sucht Norderstedt Stadtradler-Stars, also Prominente, die aufs Rad steigen und der Kampagne zu mehr Popularität zu verhelfen. Gesucht werden auch Unternehmen, die die Aktion durch Sachpreise oder Spenden unterstützen. Firmen und Bürger bekommen weitere Infos bei Stephanie Kessler, die das Stadtradeln für die Stadt koordiniert, unter der Telefonnummer 030/983 21 60 33 und per E-Mail unter stephanie.kessler@team-red.net.

Während der Kampagne bieten die Organisatoren Radtouren an, Baudezernent Thomas Bosse lädt für Sonntag, 5. Juni, zum Anradeln ein. Treffpunkt zur etwa 15 Kilometer langen Tour durch Norderstedt ist um 14 Uhr das Rathaus. Dort endet das Stadtradeln am Sonntag, 25. Juni, mit einer etwa gleich langen Stadtfahrt, die Oberbürgermeister Grote begleitet (14 Uhr, Rathaus). Auch die Polizei wird eine Tour anbieten, nähere Infos folgen.
Henstedt-Ulzburg: Bürgermeister Stefan Bauer nimmt an der Auftakttour teil, die am Sonntag, 5. Juni, um 13.30 Uhr am Rathaus beginnt und durch alle Ortsteile führt. ADFC und die Schleswig-Holstein Netz AG laden für Sonnabend, 11. Juni, zur Tour „Kunst und Energie“ ein. Start ist um 12 Uhr beim Netzcenter am Fröbelweg 1 in Kaltenkirchen. Von dort geht es nach Hen­stedt-Ulzburg, wo sieben Ortsnetzstationen passiert werden, die Künstler in 3-D-Gemälde verwandelt haben. Gegen 14 Uhr werden die Radler am CCU Energie tanken. Weiter geht es via Henstedt nach Oersdorf. Gegen 16.30 Uhr werden die Radler wieder in Kaltenkirchen eintreffen.

www.stadtradeln.de

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