Norderstedt
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Kinder und Eltern bauen einen Spielplatz

Der fertige Plan: Der Spielplatz am Kielortring bekommt eine gelbe „Kletterbiene“,  Schaukeln, ein Bodentrampolin, Kletterpferde, Rutschen und einen Hügel zum Rauf- und Runtertoben

Der fertige Plan: Der Spielplatz am Kielortring bekommt eine gelbe „Kletterbiene“, Schaukeln, ein Bodentrampolin, Kletterpferde, Rutschen und einen Hügel zum Rauf- und Runtertoben

Foto: Stadtkinder

45 Kinder und Eltern gestalten eine Brachfläche am Haus Kielort zu einem Paradies für die Kleinen um. Und die haben viele Ideen.

Norderstedt.  Eine unspektakuläre Wiese erstreckt sich hinter dem Haus Kielort am Kielort-ring. Sie trennt die Einrichtung des Deutschen Roten Kreuzes vom nahen Rewe-Markt an der Segeberger Chaussee. Die Stadt Norderstedt baut nebenan ein neues Blockheizkraftwerk – nicht gerade ein angenehmes Umfeld für Kinder zum Spielen.

Doch im Haus Kielort, wo sich unter anderem das Mütterzentrum befindet, und auch in der Nachbarschaft gibt es viele kleine Norderstedter. Und die hatten jetzt eine einmalige Chance: Sie durften ihren eigenen Spielplatz auf der Wiese planen. Nach ihren Vorstellungen wird die Stadt Norderstedt die Fläche gestalten.

Die Knirpse und Jugendlichen der Nachbarschaft ließen sich nicht zweimal bitten. 45 Kinder und Eltern beteiligten sich an der Mitmach-Aktion im Haus Kielort, die im Auftrag der Stadt vom Planungsbüro Stadtkinder aus Dortmund dort angeboten wurde.

„Ich weiß schon ganz viele Dinge, die ich mir wünsche“, schallte es den Organisatoren entgegen, als die ersten Kinder den Veranstaltungsraum im Haus Kielort stürmten. Einige der Kinder hatten Zeichnungen dabei, die zeigten, wie sie sich ihren künftigen Spielbereich vorstellen. Projektleiterin Christina Peterburs ging mit den Kindern ins Freie, um vor Ort erste Ideen zu sammeln. Dort prasselten die Wünsche auf die Planerin ein: ein Basketballkorb, ein Spielbereich für ältere Kinder, etwas mit Wasser, Hängematten oder Bänke für Eltern. Und vor allem: der Erhalt eines vorhandenen Spielhügels. „Da kann man so toll rauf und runter rennen“, sagte ein Junge.

Anschließend wurden im Haus Kielort die Wünsche gezeichnet oder sogar als Modell umgesetzt. Dabei berücksichtigten die Kinder auch andere Alters- und Interessensgruppen und machten sich Gedanken zur Gestaltung des Fußweges oder zur Schaffung von überdachten Aufenthaltsbereichen für Erwachsene.

Geplant wurden nicht nur klassische Spielangebote wie Reckstangen oder Sand- und Matschbereiche, sondern auch eine Piratenschiffschaukel oder eine große Kletterbiene. Die drei- bis 13-jährigen Teilnehmer ließen ihren Gedanken freien Lauf und entwickelten kreative Spielstrukturen.

Auch für die erwachsenen Besucher gab es die Möglichkeit, Ideen und Anmerkungen in das Verfahren einzubringen. So konnten auf grünen Fähnchen Wünsche notiert werden, die roten Fähnchen dienten den Bedenken. Insgesamt wurde nur ein rotes Fähnchen beschriftet: Stichwort Hundeverbot. Die Sauberkeit des Spielbereichs war auch bei den Kindern ein Thema.

Andreas Bothe vom Fachbereich Natur und Landschaft der Stadtverwaltung zeigte sich nach Ende der Veranstaltung sehr zufrieden mit den Ergebnissen. „Wir haben heute wieder gesehen, wie engagiert gerade auch junge Bewohnerinnen und Bewohner unserer Stadt sind, wenn es um Dinge geht, die sie betreffen. Die Beteiligung ist für uns ein ganz wichtiger Aspekt, um interessante Spielräume mit einem hohen Wiedererkennungswert zu schaffen. So bekommen die späteren Nutzerinnen und Nutzer bereits früh einen Bezug zu ihrem Spielplatz und identifizieren sich mit ihm.“ Christina Peterburs vom Büro Stadtkinder: „Qualitätsvolle Spielräume sind eine wichtige Voraussetzung für ein gesundes Aufwachsen von Kindern. Norderstedt ist beispielhaft für eine Gestaltung von Spielflächen, die vielfältig und interessant ist.“ Die Ergebnisse der Beteiligung hätten bei der Verwaltung einen hohen Stellenwert. „Kinder und Jugendliche werden mit ihren Anliegen und Bedürfnissen ernst genommen. Die Wertschätzung gegenüber der jungen Bevölkerung ist enorm.“

Das Büro wird nun die Beteiligungsergebnisse weiter auswerten und in einen Entwurf überführen. Ziel ist es, dass der neue Spielbereich noch im Jahr 2016 errichtet wird.

Alle Interessierten können an der Grünfläche Kielort 2 in einem Schaukasten, der in Kürze auf der Fläche aufgestellt wird, die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung ansehen und die nächsten Planungsschritte verfolgen.