Norderstedt
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Schülerinnen verkaufen echte Bio-Bananen

Kleinbauer Willian Justavino brachte zum „Fair Trade Piont“ einen Karton selbst produzierter Bananen mit – Faroza, Tina und Daria (v.l.) verkauften sie

Kleinbauer Willian Justavino brachte zum „Fair Trade Piont“ einen Karton selbst produzierter Bananen mit – Faroza, Tina und Daria (v.l.) verkauften sie

Foto: Hans-Eckart Jaeger

Kleinbauern aus Ecuador waren anlässlich der bundesweiten „Fairen Woche“ zu Gast in Norderstedt und brachten Obst mit.

Norderstedt. „Frische Bio-Bananen, nur 50 Cent das Stück!“ Tina, Daria, Faroza, Schülerinnen der Klasse 8a des Gymnasiums Harksheide am Falkenberg, der ersten „Fairtrade-School“ in Schleswig-Holstein, stehen in der Unterrichtspause im Schulgebäude am Fair Trade Point und preisen goldgelbe Bananen zum Verkauf an.

Willian Justavino, ein Kleinbauer aus Ecuador, und Geoconda Mendieta, zuständig für verschiedene Gemeinschaftsprodukte in der Region, haben eine Kiste mit 18 Kilogramm des köstlichen Fruchtfleisches mitgebracht. Sie sind anlässlich der bundesweiten „Fairen Woche“, die bis zum 25. September dauert, auf Deutschland-Tour.

Willian Justavino und Geoconda Mandieta sind aus Guayaquil angereist, der mit 2,5 Millionen Einwohnern größten Stadt Ecuadors. Sie sind Mitglieder des Kleinbauernverbandes „Urocal“, dem Handelspartner von „BanaFair“, dem Importeur von fair gehandelten Bananen in Deutschland.

“Wir arbeiten nur mit Macheten“

Der Kleinbauer hat die Bananen auf seinem kleinen Hof kurz vor dem Abflug nach Deutschland geerntet. Seit zehn Jahren produzieren etwa 120 Familien in der Küstenregion im Süden des Landes auf kleinen Flächen Kakao und Bananen – ohne chemische Dünger und Pestizide. Sie hoffen, dass der Export von Bio-Bananen nach Europa gesteigert werden kann. Die Bauern in der Dritten Welt arbeiten nach den Grundsätzen des ökologischen Landbaus: Stärkung der Pflanzen durch Mulchen und Mischkultur, organische Düngung und mechanische Unkrautbekämpfung.

Eine hochmoderne Maschine wie den Unkraut-Striegel, den ihnen Agraringenieur Rolf Winter bei ihrem Besuch am Dienstag auf dem ökologischen Landwirtschaftsbetrieb Gut Wulksfelde vorführte, wäre für die Bauern in Ecuador unerschwinglich. „Wir arbeiten nur mit Macheten“, sagen die Gäste aus Südamerika.

Der Faire Handel mit „BanaFair“ garantiert stabile Preise, „Urocal“ erhält einen Mehrpreis für Gemeinschaftsaufgaben im sozialen Bereich, Gesundheitserziehung, fachliche Weiterbildung sowie Programme für Kinder und Jugendliche.

Willian Justavino und Geoconda Mandieta, sprachlich unterstützt von Dolmetscher Arian Rathmann, hatten bei ihren Vorträgen morgens in der Klasse 9b des Gymnasiums Harksheide und abends vor Norderstedter Bürgern aufmerksame Zuhörer. Sie mussten auch viele Fragen beantworten.

Gunter Warnecke vom Weltladen Norderstedt freute sich sehr, als Willian und Geoconda ihm vor der Weiterfahrt mit dem Mietwagen zu weiteren Vorträgen nach Süddeutschland einen Besuch abstatteten und Silke Gehrckens von der Norderstedter Tafel einen Karton mit 18 Kilogramm Bananen erhielt.