Norderstedt
Vertrag endet

Bleibt die Autoshow auch in Zukunft im Stadtpark?

Frederic und Letizia haben Spaß im Cabrio. Ihr Vater Thomas Poll (links) unterhält sich mit Verkaufsberater Michell Lippke vom Autohaus Wichert

Frederic und Letizia haben Spaß im Cabrio. Ihr Vater Thomas Poll (links) unterhält sich mit Verkaufsberater Michell Lippke vom Autohaus Wichert

Foto: Michael Schick

Veranstalter, Autohändler und Besucher halten den Standort für ideal. Aber: Es gibt Kritik und bisher keine Zusage für die Fläche

Norderstedt.  Die Autoshow wird es auch in den nächsten Jahren im Norderstedter Stadtpark geben – wenn es nach dem Willen der Veranstalter Oliver Hauschildt und Thomas Will geht. „Das Gelände ist ideal, die Flächen entlang der Seepromenade und an der Waldbühne bieten ausreichend Platz, um die Vielfalt der Fahrzeuge zu präsentieren“, sagt Hauschildt, der keine Alternative sieht. Der Parkplatz vor dem Kulturwerk, von Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote als Ausweichfläche ins Spiel gebracht, verfüge nur über ein Drittel der Stadtparkfläche und sei somit viel zu klein für die Leistungsschau der Autohändler aus Norderstedt und Umgebung.

Grote hatte den Kompromissvorschlag gemacht, nachdem die erste Autoshow 2013 politischen Streit entfacht hatte. SPD und Grüne wollten SUVs, Klein- und Sportwagen von der Seepromenade verbannen. Detlev Grube, Fraktionsvorsitzender der Grünen, sagte: „Große Werbewirkung und gute Geschäfte mit Autos, das kann es im Stadtpark nicht sein! Wir bekennen uns ganz klar zu einer nachhaltigen Stadtparknutzung mit naturnaher Erholung für Familien und Kinder und sagen Nein zu reinem Kommerz mit einer Automesse.“ Und der damalige SPD-Fraktionschef Jürgen Lange sagte: „Eine Wiederholung der Automesse im Stadtpark darf es nicht geben. Die Begründung der Geschäftsführung, dass damit Gewinne zur Pflege des Stadtparks erzielt werden, ist überhaupt nicht nachvollziehbar. So wäre ja alles denkbar im Park, Hauptsache der Gewinn stimmt.“

Beide Parteien wollten die Automesse nach der Premiere sofort aus dem künftigen Stadtpark-Programm streichen, doch der Oberbürgermeister zog die Notbremse. Er warnte davor, die Autohändler, die sich immer wieder für das gesellschaftliche Leben in der Stadt einsetzten, vor den Kopf zu stoßen. Zudem gebe es einen Vertrag zwischen der Stadtpark GmbH und den Veranstaltern, der zwei weitere Autoshows 2014 und 2015 vorsehe. Dieser Vertrag solle erfüllt werden. Nach 2015 aber soll es einen neuen Standort geben.

„Wir sind in Gesprächen mit den Verantwortlichen, auch mit den Grünen, und wir sind zuversichtlich, dass die Autohändler auch weiterhin im Stadtpark ihre aktuellen Modell vorstellen können“, sagt Hauschildt. Die Elektro-Mobilität spiele eine immer größere Rolle und damit ein „urgrünes Thema“, das einen Sinneswandel befördern könnte.

Die mit 20.000 Besuchern gut frequentierte Messe locke auch viele Menschen aus der Region, aus dem Hamburger Norden, den Walddörfern, aber auch aus Bönningstedt und Pinneberg nach Norderstedt und werbe damit für die Stadt und den Stadtpark. Wer über die Messe bummle, entdecke auch die Vorzüge des Stadtparks als attraktives und abwechslungsreiches Freizeitgelände. Eine Umfrage habe ergeben, dass „99 Prozent den Standort für geeignet halten und keine Probleme damit haben.

„Uns gefällt das gut, man hat die Chance, sich auf wenigen Metern unterschiedliche Autos und Marken anzusehen“, sagte Regine Bauch, die mit Tochter Helena an der langen Reihe der Ausstellungsobjekte entlang bummelte und bei einem roten Ford Mustang, Baujahr 1964, hängenblieb: „Den hat meine Oma in Kanada gefahren“, sagte die Norderstedterin. „Bei gutem Wetter ist das doch eine tolle Chance, sich mit wenig Aufwand einen Überblick über den Automarkt zu verschaffen“, sagte Thomas Poll. Der Bönningstedter war mit seinen Zwillingen Frederic und Leticia in den Stadtpark gekommen – die beiden hatten sofort ein schwarzes Cabrio geentert und sichtlich Spaß hinter dem Steuer und auf dem Beifahrersitz.

Stefan Kadow und sein Sohn Nicolas stoppten da, wo viele stehen blieben: Die graue Tesla-Limousine war ein Publikumsmagnet. Die kalifornischen Pioniere bei der Elektromobilität hatten ihr Spitzenmodell in den Stadtpark gefahren, Preis: 105.000 Euro. „Das ist dann doch zu teuer, für 70.000 würde ich ihn als Geschäftswagen leasen“, sagte ein Besucher, der sich schon bestens über das Auto der Zukunft informiert zeigte.

Gedränge herrschte nicht auf den Wegen, soll es aber auch nicht: „Es kommt den Händlern nicht auf Masse an, sondern auf interessierte Besucher, mit denen sie ins Gespräch kommen und vielleicht sogar ein Geschäft realisieren“, sagte Mitveranstalter Thomas Will. Die Aussteller seien auch in diesem Jahr zufrieden gewesen, auch sie halten den Stadtpark für den idealen Standort einer Autoshow, die sich, so die Veranstalter, zu einer der größten im Norden gemausert hat.