Norderstedt
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Baustellenreport: 43.674 Mängel werden behoben

30 Baustellen hat Norderstedt in diesem Jahr im Stadtgebiet geplant. Bis in den Oktober hinein werden Die Fahrbahndecken (Symbolfoto) saniert

30 Baustellen hat Norderstedt in diesem Jahr im Stadtgebiet geplant. Bis in den Oktober hinein werden Die Fahrbahndecken (Symbolfoto) saniert

Foto: Stefan Sauer / dpa

Die Baustellen des Sommers werden vom Betriebsamt nach einem aufwendigen Masterplan eingerichtet. Bis in den Oktober wird saniert.

Norderstedt.  Es ist die längste Mängelliste der Stadt: 43.674 Einzelposten umfasst sie. Jeder Posten steht für ein Schlagloch, eine Absenkung oder einen Riss auf den 300 Kilometern Straße im Stadtgebiet von Norderstedt . Bis 2020 will das Norderstedter Betriebsamt diese Mängelliste so weit wie möglich abgebaut haben. In den Sommerferien haben die Straßenbauer Hochkonjunktur.

30 Baustellen hat die Stadt in diesem Jahr im Norderstedter Stadtgebiet geplant. Bis in den Oktober hinein werden die Fahrbahndecken saniert. Etliche Baustellen sind schon eingerichtet oder bereits abgearbeitet, der Großteil aber ist im Juli und August dran.

Sperrung der Tangstedter Landstraße

Ganz aktuell wird es von heute an auf der Tangstedter Landstraße für den Verkehr eng. Die Fahrbahndecke wird komplett abgefräst und neu verlegt. Am Sonnabend und Sonntag, 25. und 26. Juli, wird die Tangstedter Landstraße für den Einbau des neuen Asphalts sogar voll gesperrt – und zwar zwischen Poppenbütteler Straße und Böttger­straße.

Und auch auf der Straße Fadens Tannen und am Forstweg gehen heute die vorbereitenden Arbeiten los. Auch hier sollen komplett neue Fahrbahndecken entstehen. Fadens Tannen wird dann abschnittsweise vom 28. bis 30. Juli voll gesperrt, am Forstweg soll der Asphalt zwischen dem 3. und 10. August eingebaut werden.

„Adlerauge“ ermittelt Zustand von Straße

Über den Zustand ihrer Straßen weiß die Stadt Norderstedt bis auf das kleinste Schlagloch Bescheid. 2013 hatten Kamerawagen alle Verkehrswege der Stadt vermessen. Die sogenannte Eagle-Eye-Technologie ermöglicht hinterher die virtuelle Straßenkontrolle am Bildschirm. Kein noch so kleiner Schaden bleibt dem „Adlerauge“ verborgen, und es liefert zu jedem Loch oder Riss noch die exakten Messdaten. 18.000 Euro hatte sich die Stadt die Vermessung kosten lassen, die nun die Grundlage des Masterplans für die Sanierung der Straßen ist, inklusive einer genauen Aufgabenliste für alle Jahre bis 2020.

„Die Situation ist in Norderstedt generell sehr gut“, sagt Martin Sandhof, Leiter des Norderstedter Betriebsamtes. „Aber bei etwa zehn Prozent der Straßen ist der Handlungsbedarf hoch.“ Je nach Begutachtung bekommt jeder Straßenabschnitt in Norderstedt einen Zustandsfaktor zwischen eins und acht. „Eins ist neuwertig und acht ist böse“, sagt Sandhof. „Wir arbeiten uns jetzt von acht bis sechs durch die Liste. Die Priorität wird je nach Verkehrsbelastung auf der Straße gesetzt.“ In diesem Jahr sind kaum Hauptverkehrsstraßen von Arbeiten betroffen. Saniert werden eher die kleinen Wohnstraßen und Erschließungswege, etwa in der Garstedter Feldmark. Entweder werden die Straßen ausgebessert und mit einer neuen Asphalt-Deckschicht überzogen, oder vorher wird die alte Deckschicht komplett abgefräst und dann die neue eingebaut. Hinter dieser Praxis steckt eine bürgerfreundliche Philosophie. „Grundsätzlich könnten wir bei jeder Straße warten, bis sie so kaputt ist, dass wir sie neu aufbauen müssten“, sagt Sandhof. Doch wenn die Sanierung die tiefen Binderschichten einer Straße erfasst, dann werden nach dem Gesetz Beiträge der Anlieger fällig. Im Übrigen kommt es die Stadt insgesamt auch günstiger, in kürzeren Intervallen die Deckschicht einer Straße zu erneuern, als in längeren Intervallen den Komplettaufbau anzugehen.

Bei der Ausschreibung der Arbeiten sorgt die gebündelte Vergabe der Straßenbauarbeiten für kräftige Einsparungen bei der Stadt. 1,2 Millionen Euro hatte das Betriebsamt für die Sanierung 2015 veranschlagt. Die Arbeiten an 20 Straßen wurden schließlich für einen Preis von 900.000 Euro eingekauft. Insgesamt muss Norderstedt bis 2020 etwa 6 Millionen Euro in die Sanierung der Straßen stecken.