Amateurfußballer

Der HSV baut ein neues Umkleidehaus in Norderstedt

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Andreas Burgmayer
Das neue Umkleidehaus des HSv am Ochsenzoll ist ein Entwurf des Architekturbüro Ansgar Beinke. Es soll bis Frühjahr 2017 stehen

Das neue Umkleidehaus des HSv am Ochsenzoll ist ein Entwurf des Architekturbüro Ansgar Beinke. Es soll bis Frühjahr 2017 stehen

Foto: Andreas Burgmayer / Architekturbüro Ansgar Beinke

Die Amateurfußballer bekommen zeitgemäße Räume. Den Tischfußballern droht hingegen das Aus in der Norderstedter Anlage.

Norderstedt.  Geredet wird beim HSV schon seit vielen Jahren über ein neues Umkleidehaus auf der Paul-Hauenschild-Sportanlage an der Ulzburger Straße. Jetzt wird das Projekt mit einem Umfang von etwa zwei Millionen Euro endlich konkret. Der Neubau soll bis Dezember 2016 zwischen dem 2012 fertiggestellten Vereinshaus und dem Nachwuchsleistungszentrum entstehen – dort, wo das Gebäude des ehemaligen HSV-Kult-Gasthauses „Lindenhof“ noch steht.

„Die Finanzierung für den Neubau ist klar. Wir haben den Bauantrag eingereicht. Und wir hoffen, den ,Lindenhof’ in den nächsten zwei Wochen abreißen zu können“, sagt Hermann Schulz, der Leiter der HSV-Trainingsanlage in Norderstedt und der Verantwortliche für die Bauarbeiten. „Den genauen Termin für den Start der Bauarbeiten haben wir noch nicht. Aber wir rechnen damit, dass das neue Umkleidehaus zu Weihnachten nächstes Jahr steht.“

In einer Mitteilung des HSV heißt es, das Präsidium und die Anlagenverwaltung in Norderstedt hätten in den vergangenen Monaten intensiv die Planungen und die Finanzierung des Projektes vorangetrieben. Vereinspräsident Jens Meier: „Wir wollen in ein wichtiges Herzstück unseres Sportbereiches investieren und unsere Sportanlage in Norderstedt weiterentwickeln. Das Umkleidehaus ist ein großer Baustein hierfür.“ Worte, die in den Ohren der etwa 1800 HSV-Amateursportler in Norderstedt gut klingen angesichts der lange schon schwelenden Spekulationen um die weitere Zukunft der 130.000 Quadratmeter großen Paul-Hauenschild-Sportanlage. Zog sich der HSV doch zuletzt immer mehr aus Norderstedt zurück. Wenn 2017 das Internat schließt, fehlt ein weiterer wichtiger Vereinsbereich am Ochsenzoll. Und dass es Begehrlichkeiten etlicher Investoren für die attraktive Fläche an der Ulzburger Straße gibt, ist ein offenes Geheimnis.

Der Neubau des Umkleidehauses, den manche aufgrund der Kosten schon nicht mehr für möglich gehalten hatten, sorgt nun für Aufbruchstimmung und ist ein klares Bekenntnis zum HSV-Amateursport in Norderstedt.

Ein zweigeschossiges, teilweise unterkellertes Gebäude sieht die Planung des Architekten Ansgar Beinke vor, darin 18 Mannschaftskabinen zur Doppelnutzung und 13 Einzelkabinen für Schiedsrichter und Trainer. Zusätzlich geplant sind ein Platzwartbüro, eine Waschküche für die Waschmaschinen und eine Onlinestation. Hier können alle Mannschaften direkt nach dem Spiel ihre Ergebnisse melden.

Das Umkleidehaus ist in seiner Fassade ein Zwilling des Vereinshauses. Es wird allerdings leicht zurückgesetzt davon gebaut, um die Bäume vor dem Grundstück zu erhalten. Vor beiden Gebäuden soll eine Art „Plaza“ entstehen, die eine Verbindung zu den Parkplätzen schafft.

„Das neue Umkleidehaus ist ausschließlich für die Fußballabteilung gedacht“, sagt Hermann Schulz. „Die Tennis- und Hockey-Abteilungen haben ja bereits im Vereinshaus ihre neue Umkleiden.“ Die Fußballer hingegen müssen bislang mit den mittlerweile verbrauchten Umkleiden aus dem Baujahr 1963 vorliebnehmen. „Zu seiner Zeit war das mal das modernste Unkleidehaus. Aber es ist eben in die Jahre gekommen, und es war klar, dass endlich was geschehen muss“, sagt Schulz.

Klar ist auch, dass in einem ersten Schritt nun der „Lindenhof“ weg muss. Schon als der HSV unter Präsident Paul Hauenschild die Anlage kaufte, war der „Lindenhof“ der Treffpunkt für die Sportler und für die HSV-Profis. Für den Abriss haben die Rothosen sogar einen Sponsor gefunden. Die Otto Dörner GmbH & Co. KG macht den „Lindenhof“ platt und übernimmt sämtliche Kosten. Präsident Meier ist froh über die Großzügigkeit des Unternehmens und die Ersparnis für den Verein. „Die Gesamtfinanzierung des Baus ist generell gesichert. Natürlich schauen wir immer, wo wir im Sinne des Vereins noch Kosten optimieren können.“

Alles andere als optimal ist die Situation für die HSV-Tischfußballer. Am 18. Juli richten die Kicker im alten „Lindenhof“ mit einem Landesspieltag die letzte Veranstaltung aus. „Wahrscheinlich werden wir da schleswig-holsteinischer Meister“, sagt Spartenleiter Henning Ramcke. Die Meisterfeier müssen sie auf gepackten Umzugskisten feiern. Wo es danach hingeht, wissen Ramcke und seine Mannschaftkollegen nicht. „Der ,Lindenhof’ war für uns ein Glücksgriff. Wir wussten, dass es eine Heimat auf Zeit ist. Zwischendurch hatten wir fast schon gehofft, dass der HSV vielleicht doch kein Geld für den Neubau hat und der ,Lindenhof’ noch ein paar Jahre stehen bleibt.“ Aber Ramcke freut sich für die Norderstedter Amateursportler und den ganzen HSV-Standort am Ochsenzoll, dass das Umkleidehaus kommt.

Nur würden die zehn Mannschaften der Tischkicker gern weiterhin ein Teil des HSV in Norderstedt bleiben. „Wir sind hier kräftig gewachsen, haben viele Spieler aus dem südlichen Schleswig-Holstein angezogen und uns zum Leistungszentrum für unseren Sport im Süden des Landes entwickelt. Es wäre schade, wenn wir das aufgeben müssten.“

Hermann Schulz vom HSV verspricht, dass man eine Lösung in Norderstedt oder auch Hamburg finden wird. 600 Quadratmeter Fläche brauchen die Kicker, am besten angedockt an eine Gastronomie. Gönner und Vermieter werden dringend gesucht!

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