Norderstedt
Kommentar

Kultur ist ein Stück Lebenskraft

„Das muss sich etablieren.“ Was Alfred Vahl, Vorstandsmitglied im Kaltenkirchener Kulturverein, vor einem Jahr gesagt hat, gilt noch immer: Kultur muss die Stadt noch üben.

Kaltenkirchen kann Gewerbe, Kaltenkirchen kann Einzelhandel. Kaltenkirchen kann Wachstum: Immer mehr Menschen ziehen in die Wohngebiete, immer mehr Betriebe ziehen in die Stadt. Aber Kultur kann Kaltenkirchen noch nicht.

Die skurrile Ausstellung im Rathaus mit Banalitäten und einem sonderbaren künstlerischen Anspruch steht ebenso exemplarisch für das kulturelle Leben in der Stadt wie das bevorstehende Konzert des international bekannten Pasadena Roof Orchestras, von dem viele Kaltenkirchener nichts wissen. Kultur findet zwar statt, wird aber nicht professionell gemanagt und vermarktet. Nicht einmal im Kulturkalender ist das Konzert online zu finden.

Dabei mangelt es nicht an Organisationen, die sich um mehr Kultur in der wachsenden Stadt bemühen. Dazu zählen beispielsweise der Kulturverein und die Volkshochschule, die auch in diesem Jahr zu Lesungen einlädt und mit finanziell begrenzten Möglichkeiten versucht, mehr als nur dröge Bildungskost zu bieten.

Kultur gehört in einer Stadt zur Lebensqualität, die der Bürgermeister so gern preist. Kultur funktioniert in einer Kommune jedoch nicht von selbst, sondern braucht Organisation, PR und Sachverstand. Ein Kulturmanagement muss her. Ehrenamtliche Beauftragte gibt es in den Kommunen genug. Warum nicht für die Kultur?