Norderstedt
Kommentar

Ein Zeitplan ist auch nur ein Plan

Natürlich brauchen Bauvorhaben einen Zeitplan. Nur so können Architekten, Handwerker und die Stadt als Bauherr die Arbeiten koordinieren und Schülern und Lehrern oder den Autofahrern sagen, wann sie denn die neue Straße befahren oder in ihr neues Schulgebäude ziehen können. Doch jeder, der selbst gebaut hat, weiß: Ein Zeitplan bleibt meist eine Absichtserklärung. Die Wirklichkeit sorgt fast immer dafür, dass sich Projekte verzögern. Und da müssen wir gar nicht den Berliner Flughafen oder die Elbphilharmonie bemühen, auch die Norderstedter müssen immer wieder erfahren: Es dauert länger als geplant.

Das war beim Kreisel Ochsenzoll so, beim Neubau der Gemeinschaftsschule Harksheide und beim Fahrrad-Parkhaus – und das ist so bei der Verschwenkung der Poppenbütteler Straße. Die Ursachen sind vielfältig und Verzögerungen nicht immer der Verwaltung anzulasten. Starker Frost, Dauerregen, Insolvenz von Handwerksbetrieben, fehlende Genehmigungen oder ein Brand, der, wie bei der Gemeinschaftsschule Harksheide, die Bauarbeiten für Monate stoppt.

Die Verantwortlichen im Rathaus haben daraus gelernt. Offizielle Einweihungstermine werden nun erst verkündet, wenn auch wirklich alles fertig ist und nichts mehr schief gehen kann. Das ist nachvollziehbar und sinnvoll, freuen sich die Bürger mit und ärgern sich nicht über Fehler, die im Nachhinein korrigiert werden müssen. Daher bleibt auch noch geheim, wann genau die verlängerte Oadby-and-Wigston-Straße eingeweiht wird – übrigens ein Projekt, das nach wie vor im Zeitplan liegt.