Norderstedt
Serie: Sattelfest

Ein kleines Juwel am Rande der Stadt

In unserer Serie „Sattelfest“ stellen wir Ihnen heute den Reitstall Diana an der Segeberger Chaussee in Norderstedt vor

Seit gut 45 Jahren ist der Reitstall Diana fast jedem Norderstedter geläufig. Wer die Segeberger Chaussee in Richtung Bad Segeberg fährt, kommt kurz vor dem Ortsausgang an diesem Schild direkt am Straßenrand vorbei. Der eigentliche Reitstall liegt etwas abseits der Straße, die Holzgebäude passen sich unauffällig der Landschaft an, direkt dahinter beginnt eine Wiesen-, Wald und Moorlandschaft, in der Graureiher ihre Bahnen ziehen und sich Fuchs und Hase im wahrsten Sinne des Wortes gute Nacht sagen. Als ein „kleines Juwel am Rande der Großstadt“ wurde dieser Reitstall einst in der Fachzeitschrift Cavallo bezeichnet – und genau das ist er offenbar auch. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu seien. Alles verläuft entschleunigt und gelassen. Reitstall-Betreiber Peter Edgar, 64, macht einen unaufgeregten Job und freut sich, wenn alles seinen Gang geht.

Seit 1976 hat er das Sagen auf diesem Hof, der 1970 von seiner Mutter Margot Wagner gegründet wurde. Die Dame ist mittlerweile 87 Jahre alt und freut sich immer noch über den regen Betrieb. Sie lebt, genau wie ihr Sohn, mitten auf dem Hof in einem kleinen Holzhaus. Peter Edgar wohnt ebenfalls in einem Holzhaus direkt daneben, zwischen den Stallungen und der Reithalle – das hat große Vorteile. So kann er sich zurückziehen und ist dennoch immer mitten im Geschehen.

Warum der Name Diana? Die Göttin der Jagd stand bei der Gründung des Reitstalles einstmals Pate, der Name wurde beibehalten, obwohl hier natürlich nicht gejagt wird. Er ist einprägsam und auffällig. Wie erwähnt: Das Schild am Straßenrand fällt auf. Alleine schon wegen des für einen Reitstall ausgefallenen Namens. Eine Diana sucht man hier vergebens.

Peter Edgar, der selbst nicht mehr reitet, hält viel von Kontinuität und Traditionen. So passt es also auch ins Bild, dass die fest angestellte Reitlehrerin Angela Stüben schon seit 30 Jahren dabei ist und Generationen von Kindern (und Erwachsenen) das Reiten beigebracht hat. Sie verschafft den Neulingen eine solide Grundausbildung und vermittelt ihnen die Freude am Reiten und an den Pferden.

Während der Sommermonate sind die begleiteten Ausritte sehr beliebt

Neben dem Reitunterricht für Anfänger und Fortgeschrittene gibt es auch Unterricht im Springreiten. Während der Sommermonate sind die begleiteten Ausritte in das sich unmittelbar an das Stallgelände anschließende Wittmoor und in den Tangstedter Forst sehr beliebt. Reitlehrerin Angela Stüben versteht wirklich etwas von ihrem Fach: Bei einem von der Zeitschrift Cavallo durchgeführten anonymen Test erhielt sie „drei Hufeisen“ – die höchstmögliche Bewertung. Darauf ist sie genau so stolz wie ihr Chef Peter Edgar. Daneben ist eine weitere freiberufliche Reitlehrerin tätig.

Für Reiter, die ihre eigenen Pferde unterstellen möchten, gibt es 16 Holzaußenboxen. 16 Schulpferde stehen für den Unterricht bereit; die Reitschüler haben also eine große Auswahl. Im Sommerhalbjahr steht die direkt am Stallgelände gelegene Hausweide für alle Pferde zur Verfügung. Zu dem drei Hektar großen Pachtgelände gehört auch ein 2400 Quadratmeter großer Springplatz mit Übungsberg. In der großen Reithalle beginnt das tägliche Training um 16.30 Uhr, am Sonnabend und Sonntag bereits um 10 Uhr. Mittwochs ist Ruhetag.

Im Winterhalbjahr können die Pferdefreunde das Quadrillereiten erlernen, außerdem gibt es im Laufe des Jahres interne Hausturniere und Ringreitwettbewerbe. Langeweile kommt also nicht auf. Am vierten Advent gibt es die beliebte Pferdebescherung mit Vorführungen, kleinen Geschenken für die Pferde und einem Glühweinstand. Darauf freuen sich die großen und kleinen Pferdenarren jetzt schon.

Zwischendurch können sich die Reiter in das Reiterstübchen begeben, um heiße oder kalte Getränke von Peter Edgar, der eine Schankerlaubnis hat, serviert zu bekommen. All das hat Tradition, am Jahresablauf wird möglichst wenig geändert. Und so kommt es, dass viele erwachsene Reiterinnen und Reiter schon lange dabei sind und immer wieder gerne kommen, um die familiäre Atmosphäre des Reitstalles Diana zu genießen.

Seit 1965 ist die Familie Wagner/Edgar auf diesem Gelände. Zunächst hatten die Eltern von Peter Edgar hier einen Fuhrbetrieb, von 1970 bis etwa 1989 liefen Reitstall und Fuhrbetrieb parallel, seitdem gibt es nur noch den Reitstall Diana, der Peter Edgar auch voll auslastet. Mit einem Helfer arbeitet er hier alleine, ist für alles zuständig und passt auf, dass der Betrieb reibungslos verläuft. Mutter Margot hat damals aus ihrem Hobby einen Beruf gemacht.

1976 wurde der Reit- und Fahrverein Glashütte e.V. gegründet. Vereinsmitglieder bekommen die Reitstunden günstiger, außerdem haben sie die Möglichkeit, die Prüfungen für den Reiterpass und das Reiterabzeichen auf dem Reiterhof abzulegen.

Im letzten Teil unserer Serie „Sattelfest“ stellen wir Ihnen am kommenden Montag den Reitstall Göttsche in Klein Gladebrügge vor.