Norderstedt
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Angeklagter behauptet, seine Vermieter hätten ihn bestohlen

Der geplante Racheakt gegen seinen ehemaligen Vermieter kam Andre L., 26, aus Kisdorf teuer zu stehen.

Norderstedt. Wegen Vortäuschens einer Straftat verurteilte ihn das Amtsgericht in Norderstedt zu einer Geldstrafe von 250 Euro.

Der Angeklagte war Mitte Dezember letzten Jahres bei der Polizei in Kaltenkirchen erschienen und hatte eine Diebstahlsanzeige erstattet.

Aus dem von ihm angemieteten Zimmer seien etliche Gegenstände, darunter ein Fernseher im Wert von 1200 Euro, eine Playstation im Wert von 300 Euro, ein Laptop im Wert von 500 Euro und andere Geräte gestohlen worden.

Der damals arbeitlose junge Mann deutete bei der Aufgabe der Strafanzeige an, dass er sein Vermieter-Ehepaar der Diebstähle verdächtige. Während der Strafverhandlung gibt der Angeklagte zerknirrscht zu, dass die angeblich gestohlenen Gegenstände in Wirklichkeit gar nicht existiert hätten oder jedenfalls nicht in dem angegebenen Wertumfang.

„Ich wollte meinen Vermietern eins auswischen“, sagt der Angeklagte und ergänzt, dass seine damaligen Vermieter ihn einfach vor die Tür gesetzt hätten. Er habe seine Sachen vor dem Haus wiedergefunden und sei plötzlich ohne Bleibe gewesen.

Der Kisdorfer, der als Jugendlicher Strafen wegen Körperverletzung und Diebstahls kassierte, hat nun offenbar eingesehen, dass die Aktion gegen seine ehemaligen Vermieter keine gute Idee war. Richterin Dagmar Goraj hält dem inzwischen im Bereich des Bühnenbaus tätigen Mann zugute, dass er geständig ist. Deshalb verhängt sie nur eine milde Geldstrafe.