Norderstedt
Tangstedt

Feuer und Flamme für die Feuerwehr

Die Freiwillige Feuerwehr Tangstedt feiert am Wochenende ihren 125. Geburtstag mit allen Bürgern der Gemeinde

Tangstedt. Sie fühlen sich berufen, zu helfen, zu schützen, zu retten. Und das seit vielen Generationen, manchmal unter widrigen Umständen, aber immer im Team. Es ist das Miteinander, der gemeinsame Dienst zum Wohle der Gemeinde, der die Freiwillige Feuerwehr Tangstedt prägt – und zwar seit 1889, also seit 125 Jahren. Dieses Jubiläum wird am Wochenende auf der Festwiese an der Lindenallee gefeiert.

Warum jemand Feuerwehrmann oder -frau wird? Manchmal ist es ganz simpel. „Ich wurde damals darum gebeten“, sagt Bruno Pump. Der heute 87-Jährige ist seit 1955 dabei, er hat die Entwicklung miterlebt, war Gruppenführer und nahm bis zu seinem 65. Lebensjahr an Einsätzen teil. „Wenn man bedenkt, wie sich das bis heute verändert hat, ist das enorm. Wir hatten früher nicht einmal einen eigenen Raum, haben uns deswegen immer in der Tangstedter Mühle getroffen.“

Selbst die so wichtige Ausrüstung wurde keinesfalls von der Verwaltung bezahlt – vielmehr zahlten die Männer einen Teil der Uniformen aus eigener Tasche, damit eine größere Zahl an Einsatzkräften ausgestattet werden konnte. Auch das erste Fahrzeug war eine Notlösung – ein umgebauter Bäckerwagen mit Anhänger für die Motorspritze. Erst 1965 bekam die Feuerwehr ein Löschfahrzeug (Opel Blitz). Das erste Gerätehaus? Eine spartanische Garage – dort, wo sich heute das Rathaus von Tangstedt befindet.

Heute lässt das zuletzt 2008 noch einmal erweiterte Haus an der Dorfstraße, gelegen am Rande des Bürgerparks, keine Wünsche mehr offen. Auch die Zahl der aktiven Mitglieder ist gewachsen. Derzeit sind es 39, also fast doppelt so viele im Vergleich zu der Zeit, als Bruno Pump Gruppenführer war. „Wir hatten immer so 20, 22 Mann.“ Viele davon gaben ihr Engagement, ihren Idealismus in der Familie weiter. So war es beispielsweise für den heutigen Wehrführer Kai Kattner selbstverständlich, der Feuerwehr beizutreten. „Als mein Vater früher zur Feuerwehr gegangen ist, bin ich immer hinterher und habe zugeschaut. So ist das mit meinem Sohn auch gewesen.“

Das Jubiläumswochenende nutzen die Tangstedter, um sich und ihre Einsatzfelder den Bürgern vorzustellen. Mittelpunkt ist die Wiese an der Lindenallee, wo die Aktivitäten am Sonnabend um 13.30 Uhr beginnen. Zunächst mit einem Festumzug, ab 14.30 Uhr mit Hubschrauberrundflügen und Vorführungen. Nostalgisch wird es beim gemeinsamen Einsatz der drei Tangstedter Ortswehren. Extra hierfür wurde in den letzten Wochen die historische Mühle auf der Wiese nachgebaut. Erinnert wird an einen Brand von 1883, der einer der Gründe war für die spätere Gründung der Feuerwehr. „Wir haben bestimmt 600, 700 Arbeitsstunden investiert“, sagt Kai Kattner, der die Vorführung moderieren wird. All dies umrahmt ein plattdeutsches Theaterstück – die darin gegen die Flammen kämpfenden Müller bekommen Unterstützung durch die Feuerwehr, womit der Bogen zur Gegenwart geschlagen wird.

Abends macht die „RSH-Party-Tour“ mit Moderator Volker Mittmann Station, ehe um 24 Uhr ein Feuerwerk gezündet wird. Am Sonntag schließlich findet ab 10 Uhr ein plattdeutscher Gottesdienst statt, gefolgt von einem Frühschoppen mit Livemusik bis 15 Uhr.