Norderstedt

Wahrzeichen der Wirtschaftskraft

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Michael Schick

Der dritte Nordport Tower ist eingeweiht. Die drei Bürotürme verschaffen der Stadt ein eindrucksvolles Südportal

Norderstedt. „Der dritte Nordport Tower dokumentiert auf eindrucksvolle Weise erneut die stetig wachsende Wirtschaftskraft Norderstedts“. So kommentierte Friederike C. Kühn, Präses der IHK zu Lübeck, die Einweihung des dritten Büroturms am Südportal. In einem der drei Türme hat auch die Handelskammer eine Filiale eingerichtet und damit zugleich Neuland beschritten: Seit 2010 bietet die IHK gemeinsam mit der Handelskammer Hamburg den Unternehmen in der IHK-Geschäftsstelle Norderstedt grenzübergreifenden Service.

Auch der Dritte im Bunde der bunten Norderstedter Wirtschafts-Wahrzeichen ist begehrt: „Schon jetzt sind die Flächen zu rund 90 Prozent ausgelastet“, sagte Projektentwickler Michael Marquardt von der Firma Lucrum, die die Nordport Tower finanziert hat, als er mit Mietern, Politikern und Immobilienfachleuten den neuen Turm offiziell eröffnete. Eine Firma sei quasi mit dem Baufortschritt am Südportal mitgewachsen und zweimal umgezogen. Begonnen habe das Unternehmen, das sich auf Vertragsmanagement spezialisiert hat, mit zwei Etagen im ersten Turm. Es folgten drei Stockwerke im zweiten und schließlich vier im dritten Büroturm.

Rund 25 Millionen Euro sind in den Bau der drei auffälligen Rundlinge geflossen, die auf je 25 Meter Höhe in sechs Geschossen und einem Staffelgeschoss insgesamt mehr als 10.000 Quadratmeter Arbeitsfläche bieten.

Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote bemühte einen Satz des Schriftstellers Jonathan Swift: „Vision ist die Kunst, Unsichtbares zu sehen. Und diese Kunst beherrschen sie ausgezeichnet“, sagte der Verwaltungschef an die Adresse der Bauherren. Es habe zwar vor knapp zehn Jahren den Wunsch von Politik, Verwaltung und Wirtschaftsförderern gegeben, der Stadt ein angemessenes Südportal zu verschaffen. Doch er selbst sei beim Blick auf die grüne Wiese und den kontaminierten Boden, der ausgetauscht werden musste, skeptisch gewesen. Doch schon als der erste Turm stand, sei die Skepsis der Begeisterung gewichen. Grote dankte Marquardt und dessen Mitstreitern ausdrücklich für ihren Mut und ihr Engagement. Was hier an der Grenze zu Hamburg entstanden ist, sei ein attraktives Entree und zugleich ein Symbol für die Wirtschaftskraft und Sogwirkung Norderstedts als Standort.

Auf der östlichen Seite bekommen die Nordport-Türme in den Farben Gelb, Rot und Blau ein spektakuläres Pendant: Hier baut Tesa seine neue Zentrale. Bis 2015 sollen hier 850 Mitarbeiter des Weltkonzerns ihren Arbeitsplatz haben. Die wachsende Zahl der Arbeitsplätze am Nordport und die globale Ausrichtung vieler Unternehmen animierte Grote, ein altes Projekt mit neuem Leben zu füllen: Er forderte die Projektentwickler von Lucrum mit freundlichen Worten auf, ein Hotel zu bauen. „Sie haben Qualität, Engagement und Verlässlichkeit bewiesen, die Kooperation zwischen unseren Wirtschaftsförderern, der Verwaltung und ihnen hat gut geklappt. Da müssten sie doch Interesse haben, ein weiteres Vorhaben hier zu realisieren.“

Marquardt freute sich über das Lob und die Chance auf einen weiteren Auftrag, er sieht grundsätzlich Bedarf für ein Hotel im Gewerbequartier. Der Weg zum Flughafen Hamburg sei extrem kurz, die Strecke lasse sich in wenigen Minuten bewältigen. Durch die internationalen Geschäfte und Kontakte kämen regelmäßig Mitarbeiter und Kunden von auswärts in den Nordport und das angrenzende alte Gewerbegebiet Nettelkrögen. Eine zweite große Gruppe von potenziellen Gästen komme aus dem nördlichen Nachbarland: „Viele Dänen, die in Südjütland leben, starten von Hamburg aus in den Urlaub. Das ist dichter als die Flughäfen in ihrer Heimat“, sagte Projektentwickler Marquardt, der grundsätzlich Interesse hat, das Projekt zu realisieren.

Die Schwierigkeit sei die Auswahl des Betreibers. Der müsse in der Lage sein, die neue Herberge so gut auszulasten, dass er die Pacht problemlos zahlen kann. Angesichts der zunehmenden Zahl von Hotels in Flughafennähe sei das nicht so einfach. „Und im Bereich der Hotellerie sind wir nicht unbedingt Spezialisten“, sagte der Projektentwickler, der mit seinem Team das Vorhaben aber durchaus angehen will.

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