Norderstedt

Rüdiger Baldauf und Band spielen feinen Jazz mit rockigem Stil

Wer Trompete spielt, kann auch Didgeridoo, dieses Natur-Blasinstrument der Aborigines, mit dem Rüdiger Baldauf auf die Bühne im Norderstedter Kulturwerk kam.

Norderstedt. Mit der Trompete und seiner Band heizte er dem Publikum dann mächtig ein. Viel Publikum war allerdings nicht da, das Parkett war nur knapp zur Hälfte gefüllt, und die meisten Besucher zog es auf den Rang, schließlich zog der Mann am Sound seine Regler kräftig auf. Zu mächtig beim einzigen Auftritt von Baldaufs Ehefrau Chrissy Baldauf. Ihre Stimme überdrehte, und auch manches Jazz-Stück war übersteuert.

Rüdiger Baldauf, dieser Jazzer mit dem Charme eines großen Jungen, nahm’s gelassen und spielte zu Beginn „Messin’ with the Kids“ von seiner 2010 erschienenen Platte „Own Style“.

„Funky no5“ leitete Keyboarder Martin Sasse mit symphonischen Klängen ein. Baldauf zeigte seine lyrische Seite, assistiert von Thorsten Skringer, ein begnadeter Saxofonist, der sich während des Konzerts noch steigerte. Chrissy Baldauf sang mit rau-rockiger Stimme „It's Love“, schaute vorher Ehemann Rüdiger tief in die Augen und hauchte „Das passt doch.“ Es folgten groovige und ruhige Songs, beispielsweise vom Jazz-Gitarristen Pat Metheny, bei dem Gitarrist Bruno Müller zeigte, dass er mit seinen Saiten umgehen kann. Das Publikum war begeistert.

Schlagzeuger Mario Garuccio brachte mit seinen Soli wieder rockige Klänge, während Baldauf es mit der Trompete im Duo mit Skringer am Saxofon tief blubbern ließ. Der legte in „See Larry“ wunderbar nach, überließ dann Baldauf die Bühne für ein Solo auf der Posaune. „Mein Hobby“, sagte Baldauf. „Alles vom nächsten Stück ist geklaut, ich habe die Stücke, die mir bei anderen gut gefielen, gesammelt und neu zusammengesetzt“, kündigte der Jazz-Trompeter sein Stück „My Song“ an. Eine gute Folge in der Reihe JazzWerk, leider nur mäßig besucht.