Norderstedt

Sterben ist nicht schwarz

Die Heilerin Imke Turau setzt sich in ihrem neuen Buch mit dem Tod auseinander

Norderstedt. Der Tod ist unausweichlich. "Hundert Prozent aller Menschen werden irgendwann mit dem Tod konfrontiert", heißt es im Vorwort. Wohl war! Die Heilerin Imke Turau und der Künstler Jason Engelbart setzen sich in ihrem gemeinsamen Buch "Schwarz" mit dem Sterben auseinander. In Interviews äußern sich Menschen aus Norderstedt und Umgebung über ihren Umgang mit dem Tod im Allgemeinen und dem Sterben im Besonderen. Alle Befragten haben in irgendeiner Weise mit dem Tod zu tun.

Wie zum Beispiel der Norderstedter Arzt Dr. Reinhart Müller, der schon seit vielen Jahren mit der Heilerin Imke Turau zusammenarbeitet. "Man ist immer mit dem Tod konfrontiert und hat doch nirgendwo gelernt, mit solchen Situationen umzugehen", sagt der Mediziner. "Ärzte haben mehr Angst vor dem Tod als andere Menschen, weil sie wissen, was alles passieren kann."

Imke Turau hat während ihrer Tätigkeit als Heilerin festgestellt, dass der Tod auch Schönheit haben kann. Sie bezeichnet die Chemotherapie als "Irrtum der Medizin" und glaubt, dass Menschen über den Tod schlecht informiert sind. "Beim Sterbeprozess braucht man Nähe", glaubt sie und wird darin von Reinhard Müller bestätigt: "Wünschenswert ist es, zu Hause zu sterben."

Sie beschäftigt sich in ihrem Buch auch mit dem Tod von Kindern, lässt dabei eine Kinderärztin sprechen. Eine Mitarbeiterin im ambulanten Hospizdienst antwortet auf die Frage, welche Farbe der Tod für sie hat, überraschend: "Gelb." Schwarz sei der Tod nur, wenn er plötzlich oder durch Suizid geschieht. Sie sei am liebsten bei jemandem, bei dem Austausch noch möglich ist. "Das geht bis zuletzt. So nimmt der Sterbende etwas Kostbares mit auf seine Reise und hinterlässt in gleichem Maße liebevolle Spuren."

Das Buch "Schwarz" kostet 24,95 Euro. Informationen auf der Internetseite www.imketurau.de