Norderstedt

Militärmaschine reißt Norderstedter aus dem Schlaf

"Meine Frau und ich sind fast aus dem Bett gefallen und nicht nur wir", sagt Hans Schwarz von der Norderstedter Interessengemeinschaft für Fluglärmschutz (NIG).

Norderstedt. Ursache dafür, dass viel Garstedter am 16. April brutal aus dem Schlaf gerissen worden seien, war eine Militärmaschine der US-Streitkräfte. "Viele klagten über Herzschmerzen und konnten lange Zeit nicht wieder einschlafen", sagt Hans Schwarz.

Der Pilot war mit zehn Passagieren an Bord nach 23 Uhr vom Flughafen in Hamburg gestartet und um 23.15 Uhr über Garstedt hinweggedonnert. "Die Messstelle am Ohlenhoff zeigte 87,2 Dezibel", sagt Schwarz - ein Geräuschpegel, den ein vorbeifahrender Lkw, eine Motorsäge oder ein Winkelschleifer erzeugt. Solche Werte gelten auf Dauer als gesundheitsschädlich. Zwar habe die Flughafengesellschaft den Piloten gebeten, bis 23 Uhr abzuheben, doch der war dem Wunsch nicht gefolgt.

"Das zeigt uns doch, dass die aktuelle Rechtslage nicht ausreicht, um die Flughafenanwohner und deren Gesundheit zu schützen", sagt Schwarz. Für den Flughafen Fuhlsbüttel gelten Nachflugbeschränkungen. Die sehen einen normalen Flugbetrieb von 6 bis 23 Uhr vor, bis Mitternacht dürfen nur noch verspätete Flugzeuge im Linien- und regelmäßigen Pauschalreiseverkehr starten und landen. Anschließend sind nur Notfall-Flüge wie bei medizinischer Hilfe erlaubt.

Solche Flüge müssen natürlich sein, sagt Schwarz. Dennoch fordert die NIG Verwaltung und Politiker in Norderstedt auf, "für klare Verhältnisse beim Flugbetrieb vor allem am späten Abend und frühen Morgen zu sorgen". Nur mit einer eindeutigen Rechtslage seien "Donnerböcke" wie die US-Militärmaschine zu verhindern.