Fehrenbötel

Dinosaurier auf dem Heuboden

Auf ihrem Urzeit-Hof in Fehrenbötel präsentiert Katrin Mohr den Besuchern mehrere Tausend Fossilien

Fehrenbötel . Drei Jahre hat Katrin Mohr mit dem Fossilienhändler gefeilscht, bis der ihr schließlich dann das versteinerte Gebiss eines Mosasaurus überließ. Das 4000 Euro teure Stück aus Marokko liegt jetzt zum Anfassen auf dem Boden des Urzeit-Hofs in Fehrenbötel. "Wie eine richtige Fundstelle", sagt Katrin Mohr.

Das Fossil ist mit Sicherheit eines der beeindruckendsten Stücke der beachtlichen Sammlung. "Das war eine richtige Fressmaschine", sagt Katrin Mohr über den Mosasaurus. Und angesichts der riesigen Zähne in den massiven Kieferstücken braucht es auch gar nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie dieser Dinosaurier einst im Wasser gejagt hat.

Als Besucher kann man dem Drang kaum widerstehen, einen der glatten Zähne zu berühren. Die 36-jährige Museumschefin hat keine Einwände. Im Gegenteil: "Die Kinder können dann immer sagen, dass sie einem Dinosaurier ins Maul gefasst haben." Wo ist das schon möglich?

Nebenan in der Vitrine liegt fast ein ganzes Skelett eines Psittacosaurus. Mindestens 100 Millionen Jahre alt. Besonders den Kindern würden die Dinosaurierteile gefallen. Erdzeitgeschichtlich gesehen ist dies aber fast noch ein junges Objekt in der Sammlung von mehreren Tausend Exponaten aus dem Erdaltertum bis heute. Zu den ältesten Fossilien gehören die Trilobiten, Urkrebse. "Auch wenn sie mit Spinnen verwandt sind", erläutert Katrin Mohr. Immerhin 380 Millionen Jahre alt sind die Stücke.

Sogar einen Mammutknochen gibt es auf dem Urzeit-Hof zu bewundern

Nach Zeitepochen geordnet gibt es unglaublich viel zu sehen auf dem 200 Quadratmeter großen ausgebauten Heuboden. Versteinerte Schnecken, Korallen, Abdrücke von Ammoniten, Kopffüßler in verschiedenen Größen, eine große Mineraliensammlung, sogar ein Mammutknochen ist ausgestellt sowie das Fragment eines Stoßzahnes und Backenzähne.

Sichtlich stolz ist Katrin Mohr auf den Zahn eines Megalodon, eine ausgestorbene Haiart. Er ist so groß wie ihre Hand. "Die Seitenlänge beträgt 17,4 Zentimeter, der größte, der je gefunden wurde, hat 19 Zentimeter." Die Begeisterung darüber ist nicht zu überhören. Bis zu 20 Meter sei er groß geworden. "Dagegen ist der weiße Hai ein kleiner Fisch."

Schon als kleines Mädchen habe sie Steine gesammelt, erinnert sich die 36-Jährige. "Die Kiesgrube war der tollste Ort in Fehrenbötel." Einer ihrer ersten Funde dort, ein Feuerstein mit Dendriten - Kristallstrukturen -, ist natürlich auch im Museum ausgestellt. In einer Mandarinenkiste habe sie anfangs ihre Schätze aufbewahrt - bis irgendwann überall im Haus Steine lagen.

Als sie auf den Hof ihres Ehemannes zog, hatte sie zuerst ihr eigenes Steinzimmer, das später aber als Kinderzimmer benötigt wurde. "Mein Mann hatte dann die ,glorreiche' Idee, die Sammlung in den Keller zu packen", erinnert sich Katrin Mohr. "Aber ich hätte es nicht ertragen, meine Steine nicht mehr sehen zu können." Stattdessen baute das Paar den alten Heuboden aus, nun ist er ein Museum.

Damit hat sich Katrin Mohr einen großen Kindheitstraum erfüllt. "In Segeberg eröffne ich dann ein Museum und bringe dort alle meine großen Funde hin", schrieb sie schon als Elfjährige in einem Schulaufsatz über ihr späteres Berufsleben. Paläontologin ist die 36-Jährige dann zwar nicht geworden. "Aber als Industrieelektronikerin kann ich wenigstens meine Vitrinen selbst reparieren."

1000 Besucher sahen die Ausstellung des Urzeit-Hofs in Fehrenbötel in den ersten drei Jahren. Seit Jahresbeginn waren es bereits 150. Das Museum ist freitags in der Zeit von 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet. Der Eintritt beträgt zwei Euro, Kinder zahlen einen Euro. Infos im Internet unter www.urzeithof.de.