Moment mal!

Schreck, meine Biotonne ist weg

Eine Glosse von Heike Linde-Lembke

In der einen Hand die Biomülltüte, in der anderen die Plastikmülltüte für die gelbe Tonne. Die war schnell entsorgt, Klappe auf, Tüte rein, Klappe zu. Dann der Griff zum Deckel der Biotonne. Flupp, der ging ins Leere. Keine Tonne. Ich starre wie Piefke auf den leeren Biotonnen-Platz. Ausgang? Sonderfahrt mit dem großen grünen Abfall-Auto? Oder steht sie noch an der Straße? Normalerweise stellt mein Nachbar auch meine Tonne nach dem Leeren an ihren Platz. Motto: "Wenn ich eine Tonne zurück bringe, kann ich auch zwei nehmen." Ja, das gibt es noch, nette Nachbarn!

Blick zur Straße: Da steht eine! Aber nicht meine. Zu wem aber gehört nun sie? Und ist dort, wo sie hingehört, vielleicht meine? Hoffnung keimt auf. Den Bioabfall deponiere ich in der Restmülltonne und ziehe die Fremd-Tonne zu den Nebenan-Nachbarn. Meine Tonne? Keine Spur. Vielleicht in irgendeinem dieser Tonnenverschläge? Abgeschlossen! Also, stelle ich die Fund-Tonne auf den Weg. Zwei Tage später: Die fremde Tonne ist wieder da. Mädel, was willst Du von mir? Ich schreibe eine Biotonnen-Suchanzeige. Die fixiere ich auf die Tonne und stelle das Ganze den Nachbarn wieder in den Weg. Ich will meine Biotonne wieder haben! Tag später: Nichts. Noch einen Tag später: Wieder nichts. Also: Biomüll wieder in die Restmülltonne. Oh - Überraschung! Sie steht an ihrem Platz. Als sei sie nie weg gewesen. Freude! Meine Biotonne ist wieder da. Aber wo war sie? Wenn sie das erzählen könnte...

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