Hokus, Pokus, Fidibus!

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Andreas Burgmayer

Foto: Andreas Burgmayer

Die Zauberfreunde Norderstedt präsentierten ihre Illusionen für den guten Zweck

Norderstedt. Als Silke Finsel im Grundschulalter war, so wie ihre Zuschauer am Sonnabend in der Schalom-Kirche am Lütjenmoor, da verpasste sie im Staatsfernsehen der DDR keine Folge der Kultserie "Zauber auf Schloss Kuckuckstein" mit dem Zauberer Peter Kersten, dem "Zauberpeter". "Ich hab mir die Tricks abgeschaut und sie geübt." Jetzt steht sie als Zauberhexe Silke mit einem Sternenumhang und einem ulkigen roten Hexenhut vor den kichernden Kindern und zeigt ihnen schwabbelige Zauberstäbe, die plötzlich fest werden; Wäscheleinen, deren Knoten sich wundersam aufzulösen scheinen; und Luftballons, die mit Schwertern zu durchbohren sind, ohne das sie zerplatzen. "Ich mache solche Auftritte seit 15 Jahren", sagt die Mutter aus Niedersachsen, die über ihre Zauberei zum Magischen Zirkel Norderstedt gefunden hat, der Vereinigung für Zauberer aus Norderstedt und Umgebung.

Der Vorsitzende ist Hans-Peter Müller, 59, der als Bauchredner und Zauberer Mantra seit Jahrzehnten dabei ist und zwischen 40 und 80 Galas und Firmenfeiern im Jahr verzaubert. Im Schalom bieten Müller und seine Zauberfreunde heute gagenfrei ihre Dienste an. Sie bringen Kindern in Workshops Kunststücke bei, präsentieren sich bei einer Kindervorstellung am Nachmittag und einer Zauber-Gala am Abend. "Alles für den guten Zweck: Die Zuschauer dürfen für das Jugendsozial-Projekt Lichtblick der Schalom-Gemeinde spenden", sagt Müller. Neben der Show konnten die Besucher die Arbeitsutensilien des Zauberers in einer kleinen Ausstellung bewundern und ausprobieren. Zauberer Werner "Werudo" Schulz, 75, verwirrte die Kinder mit Tricks, ehe er ihnen die Lösung verriet. Etwa für ein Holz, in dem angeblich ein Gummiband versteckt war, das mit einem eingekerbten Stöckchen geangelt werden sollte. Werudo schaffte das jedes Mal, die Kinder nie. Weil nur Werudo wusste, dass gar kein Gummiband drin war im Holz. Sondern er nur geschickt das Stöckchen mit den Fingern zurückschnippte, damit es so aussah als zöge ein Gummi daran. Werner Schulz: "Kinder sind ansonsten das härteste Publikum. Sie denken nicht so kompliziert wie die Erwachsenen." Denn die meisten Zauber-Tricks liegen auf der Hand, wenn man ganz genau hinschaut.

www.zauberfreunde-norderstedt.de

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