Norderstedt

Kulturwerk am See: Tolles Flair und gute Akustik

Foto: NDR/Andreas Garrels / NDR/Andreas Garrels/NDR Presse und Information

Die Eröffnungswochen mit 20 Veranstaltungen machten das Kulturwerk am See auch überregional bekannt. Platz für Veranstaltungen bis 200 Personen.

Norderstedt. "Der Spiekermann kommt zu spät, der hat ein neues Navi, und die Dame im Navi kennt das neue Kulturwerk noch nicht", lästerte Detlef Wutschik mit seiner Figur Werner Mommsen beim plattdeutschen Nachmittag im Kulturwerk am See über den NDR-Moderator. Wutschik, Spiekermann und Klavier-Komiker Henning Kothe gaben die letzte von 20 Veranstaltungen, mit denen zwei Wochen lang die Eröffnung von Norderstedts neuer Spielstätte gefeiert wurde.

Fast alle Veranstaltungen waren bestens besucht und machten das Kulturwerk auch überregional bekannt. Dafür sorgten schon so sehens- und hörenswerte Ensembles wie das "GlasBlasSing"-Quintett, in dem fünf Männer Musik vom Feinsten auf Flaschen machen - Komik inklusive. Oder der Balladenabend der Pianistin Sofja Gülbadamova, die im Alfred-Stern-Studio klassische Balladen auf dem Flügel erzählte.

Das Publikum zeigte sich überwiegend begeistert. "Das Haus hat ein tolles Flair und eine hervorragende Akustik", waren sich Akteure und Publikum einig. Parkplatz direkt vor der Tür, auf der anderen Seite geht's ins Grüne, das 100 Meter lange Foyer und die passgenaue Einrichtung mit Bänken in aparter Optik und geschmiedeten Stahltischen begeistern. Als Wünsche wurden eine genaue Kennzeichnung des Eingangs, mehr Toiletten und mehr Auswahl bei Essen und Trinken geäußert. Fürs leibliche Wohl ihres Publikums können die Kulturträger selbst sorgen.

+++ Demnächst im Kulturwerk +++

Ein Verein, der das gut nutzte, war die Chorgemeinschaft Alster-Nord, die ein leckeres Torten-, Kuchen- und Kaffee-Büfett auftischte. "Nach langer Brache wurde aus der Fabrikruine ein Kulturwerk, und wir sind stolz, hier auftreten zu dürfen", sagte Adolf Wenthe. Der Vorsitzende der Chorgemeinschaft Alster-Nord gestaltete mit seinen Sängern und dem Segeberger Ensemble "Stillos?" einen bunten Nachmittag im fast voll besetzten großen Saal.

"Das Kulturwerk bietet durch seinen industriellen Charme eine Atmosphäre, in der das Publikum richtig locker wird", sagte Gabriele Richter, die als Leiterin des städtischen Kulturbüros beinahe alle Veranstaltungen der Eröffnungswochen begleitete. Richter weist darauf hin, dass die anerkannten Kulturträger der Stadt Vorbuchungsrecht für das Kulturwerk haben. "Das wurde schon sehr gut angenommen, denn die Wochenendtermine im Herbst sind mit Veranstaltungen der Kulturvereine belegt", sagt Richter.

Doch das Kulturwerk hat auch eine kreative Atmosphäre, die zu neuen Formaten herausfordert, beispielsweise zu experimentellem Theater. "Ich wünsche mir innovative Produktionen, sei es von den Amateurtheatern, den Orchestern, Chören oder anderen, beispielsweise den international arbeitenden Vereinen", sagt Richter. Ein abwechslungsreiches Programm würde über gute Besucherzahlen entscheiden.

Eine Spielwiese sieht Richter im After Work Club, bei dessen Premiere viele neugierige Norderstedter nach Feierabend das Kulturwerk inspizierten. Und für gut befanden. "Der After Work Club könnte auch mit einem DJ oder einem Stehgeiger stattfinden, mit Hintergrundmusik oder Party", sagte Richter, die sich das Kulturwerk als offenen Treffpunkt wünscht.

"Mit dem Kulturwerk wird eine Lücke in Norderstedt geschlossen, denn es bietet Raum für Veranstaltungen mit 100 bis 200 Personen, den wir bisher nicht hatten", sagt Rajas Thiele, Geschäftsführer der Mehrzwecksäle GmbH und damit des Kulturwerks. Das Kulturwerk sei schon jetzt von Firmen für Feiern, Tagungen und Konferenzen stark nachgefragt. Im Mai sei das Kulturwerk für eine Hochzeitsfeier gebucht. "Das Haus ist für ein buntes Programm bestens geeignet, und ich hoffe, dass Norderstedts Kulturvereine es mit kreativem Leben füllen", sagte Thiele.