Norderstedt
EXPO 2008: Per Anhalter nach Zaragoza in Spanien

Trampen für sauberes Trinkwasser

Die Studenten Malte und Hauke Schremmer aus Henstedt-Ulzburg engagieren sich für die Initiative "Viva con Agua".

Henstedt-Ulzburg. Sie haben sich über das Internet kennengelernt: Conny Gamst (21) aus Berlin und Malte Schremmer (21) aus Henstedt-Ulzburg. Nach einigen Mails und Telefonaten waren sie sich einig: "Wir bilden ein Team für Zaragoza."

Am 23. August wollen sie sich auf den Weg in die Provinzhauptstadt in Nordspanien machen, in der bis zum 14. September unter dem Motto "Wasser und nachhaltige Entwicklung" die EXPO 2008 stattfindet.

Sie reisen nicht mit dem Flugzeug, mit der Eisenbahn oder dem Auto an, sondern sie werden die 2500 Kilometer lange Strecke als Anhalter zurücklegen.

"Unser Ziel ist es, auf die weltweite Trinkwasserproblematik aufmerksam zu machen und besonders junge Menschen für die schwierige Thematik zu sensibilisieren", sagt Malte Schremmer. Er ist der Initiator der zwei Wochen dauernden Aktion, an der auch sein in Kiel studierender Bruder Hauke teilnimmt.

Zwanzig Jugendliche, alle in Zweier-Teams, wollen durch ihren Einsatz verdeutlichen, dass Eigeninitiative Wirkung zeigen kann und Engagement für einen guten Zweck auch mit Spaß kombinierbar ist.

Malte Schremmer, der Mitte Oktober entweder ein Lateinamerika-Studium in Köln oder ein Germanistik-Studium in Hamburg beginnen wird, möchte den Menschen in der Dritten Welt und ganz besonders den armen und hilflosen Kindern helfen.

Er tut das in erster Linie als Mitglied des gemeinnützigen Vereins "Viva con Agua de Sankt Pauli", der vor drei Jahren vom ehemaligen Fußballprofi Benjamin Adrion (FC St. Pauli) ins Leben gerufen wurde und der seitdem 300 000 Euro Spendengelder einsammelte, um verschiedene Trinkwasserprojekte in Lateinamerika und Afrika zu finanzieren. "1,2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser", sagt Malte Schremmer.

Geholfen hat er auch, als er neun Monate lang in der Moorbekschule in Norderstedt seinen Zivildienst als Betreuer von geistig behinderten Kindern ableistete und freiwillig noch drei Monate dranhängte.

Gerne erinnert er sich auch an seine mehrmonatige Zeit als Alleinreisender durch den mittelamerikanischen Staat Nicaragua: "Die Kinder stellen, weil ihnen unsere Welt völlig unbekannt ist, viele Fragen. Sie sind neugierig, und sie würden gerne zur Schule gehen", sagt er.

Seinen Rucksack für das nächste Abenteuer hat er schon gepackt. Den meisten Platz nehmen die Flyer ein, mit denen er an Autobahnraststätten und in größeren Städten für "Viva con Agua" werben will. Im Vorfeld haben die Tramper dieser Aktion Sponsoren gefunden, die für jeden getrampten Kilometer einen Cent spenden.

Malte Schremmer ist in Sachen Trampen ein alter Hase. "Ich habe noch nie länger als 15 Minuten am Straßenrand gestanden", versichert er. "Die Autofahrer, die halten, sind meistens auch nette Menschen." Und deshalb ist er sicher, dass er pünktlich in Zaragoza eintreffen wird, um auch in Spanien für "Viva Con Agua" werben zu können.


www.kiel@vivaconagua.org