Norderstedt
Ausflugtipp: Der Blick vom "Moorburg Berg" auf das neue Altenwerder

Betreten ausdrücklich erlaubt!

Eine touristische Sehenswürdigkeit ist dieser Platz mit besonderer Aussicht bisher nicht. Dafür ist aber auch der Eintritt frei.

Moorburg. Ein künstlich aufgeschütteter Hügel von gut 20 Metern Höhe, der den wenig aufregenden Namen "Moorburg Berg" trägt, ist nun wahrlich keine Besonderheit. Und trotzdem lohnt sich der Ausflug im Süden Hamburgs. Er lohnt sich, weil die Aussicht vom "Gipfel" einzigartig ist. Er lohnt sich aber auch, weil hier verschiedene Abschnitte der Hamburger Stadtgeschichte aufeinander prallen und weil man selten so einen guten Blick in das wirtschaftliche Herz der Metropole Hamburg hat. Da der "Moorburg Berg" zwar im Juni 2005 von seinem Erbauer, der Hamburg Port Authority (HPA), mit einem Volksfest offiziell an die Moorburger übergeben worden ist, er andererseits aber noch nicht als Attraktion für Hamburg- Besucher entdeckt worden ist, muss man vor dem Aufstieg improvisieren. Wenig Sorgen hat, wer mit dem HVV-Bus Linie 157 (ab Bahnhof Harburg) kommt. Der hält nämlich direkt an der alten Moorburger Schule. Oder besser: den Resten der Schule, die bei der großen Flut 1962 schwer beschädigt wurde. Heute residiert hier das "Kinderland Moorburg" ein Geheimtipp für Eltern, die im südlichen Hamburger Umland wohnen und in der City arbeiten. Für Autofahrer ist das nicht ganz so bequem. Den Rat, am Wochenende den Parkplatz vom Kinderland zu nutzen, wollen wir hier lieber nicht geben. . . Auch den Hinweis, einfach auf den Deich zu fahren und dahinter den kleinen Parkplatz (trotz Sperrschilds) zu nutzen, ersparen wir uns lieber. Aber der verantwortungsvolle Autofahrer findet hier sicher einen Parkplatz. Am Eingang zum "Moorburg Berg" trifft man auf die nächste Hürde: ein Zaun und jede Menge Sperrschilder. Wer sie genau liest, wird merken: Der Durchgang oder gar das Betreten des Bergs ist nicht verboten. Die HPA-Pressestelle hat alles sogar noch einmal ausdrücklich erlaubt. Der Aufstieg ist kurz, oben warten jede Menge Bänke oder auch Rasenflächen. Ein herrliches Plätzchen für ein ausgiebiges Picknick! Langweilig wird es hier bestimmt nicht. Der Blick fällt auf den Containerterminal Altenwerder. Man braucht eine Weile, um das Gewusel zu ordnen. Dann erkennt man plötzlich, dass hinter allem ein System steckt, dass die Elektrokarren, die einen ausgewachsenen 40-Fuß- Container schultern, keinen Fahrer haben und trotzdem nicht orientierungslos sind. Achtung, das ist der Moment, in dem man die Zeit vergisst! Oder man daran denken sollte, dass dort unten bis vor zehn Jahren noch Menschen wohnten, Wasserratten die Gräben nach Nahrhaftem durchsuchten und dass dort Tausende von Apfelbäumen standen. Wie hinter uns in Moorburg, das laut gültigem Hafenentwicklungsgesetz eines Tages auch "umgewandelt" werden könnte.