Norderstedt
Unfallschwerpunkt: Stadt stellt ein ungewöhnliches Warnschild auf

Eine gefährliche Ecke für Radler

An der Einmündung Waldstraße/Ulzburger Straße kollidieren Rad- und Autofahrer besonders häufig. Das soll sich nun ändern.

Norderstedt. Mit einem neuen Schild will die Stadt die Radunfälle an der Einmündung Waldstraße/Ulzburger Straße verhindern. Das Foto zeigt das Problem an dieser Ecke: Radfahrer und Autofahrer kollidieren, die Radler verletzen sich. Der Warnhinweis wird an der Waldstraße zehn bis 15 Meter vor der Einmündung in die Ulze aufgestellt.

"Die Form entspricht zwar nicht der Straßenverkehrsordnung. Wir müssen aber neue Wege gehen, um die Autofahrer auf die besondere Situation an dieser Ecke hinzuweisen", sagt Baudezernent Thomas Bosse. Die Einmündung hat sich zu einem Kollisionsschwerpunkt zwischen Rad- und Autofahrern entwickelt. Das Problem: An dieser Stelle gibt es nur einen Radweg auf der westlichen Seite, der beidseitig befahren werden darf. Wer mit dem Auto von der Waldstraße in die Ulzburger Straße einbiegen will, sieht gewohnheitsmäßig nach links, meist aber nicht nach rechts. Und von dort kommen die Radler aus Süden, die davon ausgehen, dass sie von den Autofahrern wahrgenommen werden, dann aber mit den Fahrzeugen kollidieren.

Der Verkehrsreport der Norderstedter Polizei gibt für das Vorjahr sechs Zusammenstöße mit Verletzten an. Im Jahr 2005 gab es drei Unfälle, 2006 nur zwei.

Mittelfristig will die Stadt den gesamten Bereich entlang der Hauptverkehrsader städtebaulich attraktiver gestalten. "Nachdem wir in den letzten beiden Jahren den südlichen Teil der Ulze ausgebaut haben, wollen wir jetzt ab Langenharmer Weg nach Norden aktiv werden", sagt Bosse. Einbezogen werden sollen die Geschäfte des sogenannten Nachbarschaftszentrums Potenberg rund um das Bowling-Center. Die Stadt hat erste Gespräche mit den Händlern geführt. Die müssen Flächen abgeben, damit die Kreuzung vernünftig und sicher ausgebaut werden kann. "Nur dann können wir den dringend nötigen Radweg auf der Ostseite der Ulzburger Straße bauen und den Gefahrenpunkt entschärfen.", sagt Bosse.

Das werde aber erst in zwei bis drei Jahren möglich sein. Aus Sicht der Stadt macht es keinen Sinn, vorher Geld für eine provisorische Neugestaltung der Einmündung auszugeben. Bis dahin soll das neue Schild die Autofahrer warnen - und dazu animieren, den Blick auch nach rechts zu richten. "Wir haben uns in Absprache mit der Polizei und der städtischen Verkehrsaufsicht auf diese ungewöhnliche Maßnahme geeinigt. Erfahrungen damit gibt es kaum, da solche Hinweise sonst nur noch in einer deutschen Stadt zu finden sind", sagt der Baudezernent.

Der unkonventionelle Warnhinweis ist auch das Ergebnis von Erfahrungen an einem zweiten Schwerpunkt für Unfälle zwischen Autofahrern und Radlern. Auch an der Ecke Stettiner Straße/Friedrichsgaber Weg kommen die Radfahrer von beiden Seien auf die Einmündung zu. "Vor drei Jahren haben wir hier ein gelbes Blinklicht und ein Warnschild für die Autofahrer aufgestellt. Zwei Jahre lang gingen die Unfälle zurück, doch im Vorjahr stiegen sie wieder. Das zeigt uns, dass sich herkömmliche Signale abnutzen", sagt Bosse. Sechs Verletzte gab es hier 2007 bei Zusammenstößen zwischen Radlern und Autofahrern. An dieser Einmündung wird das neue Warnfoto allerdings nicht zum Einsatz kommen. Ende des Jahres wird hier eine Ampelanlage installiert.