Kreis Segeberg: Landesregierung in Kiel will fünf bis sechs Millionen Euro jährlich sparen

Alle Forstämter werden aufgelöst

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Frank Knittermeier

Was aus den Mitarbeitern des Forstamtes Segeberg sowie den neun Revierförstereien in der Region wird, ist bislang unklar.

Kreis Segeberg. Der Kreis Segeberg ist neben dem Kreis Herzogtum Lauenburg die waldreichste Region in Schleswig-Holstein. 20 000 Hektar Wald, gut 15 Prozent der gesamten Kreisfläche, sind Wald. Aber demnächst gibt es im Kreis kein Forstamt mehr. Das Forstamt Segeberg wird ebenso wie die anderen Forstämter in Schleswig-Holstein zum Jahresende aufgelöst. Die Bewirtschaftung des Waldes übernimmt die Anstalt Schleswig-Holsteinische Landesforsten, die nur noch mit der Hälfte der jetzigen Belegschaft auskommen soll. Die Landesregierung will damit fünf bis sechs Millionen Euro einsparen. Naturschutzverbände protestieren gegen die Auflösung der "bewährten dezentralen Dienstleistungsstruktur". Sie befürchten, dass die dem Gemeinwohl orientierten Arbeiten in den Revieren auf der Strecke bleiben.

Die Verwaltung des Waldes im Kreis Segeberg teilen sich derzeit das Forstamt Segeberg, das seinen Sitz nördlich der Bundesstraße 206 zwischen Wahlstedt und Bimöhlen mitten im Segeberger Forst hat, und das Forstamt Rantzau in Bullenkuhlen bei Elmshorn im Kreis Segeberg. Jedes Amt ist für etwa 10 000 Hektar Wald zuständig: Für den großen Segeberger Forst das Forstamt Segeberg, für die Wälder um Norderstedt, den Tangstedter Forst und den Kisdorfer Wohld das Forstamt Rantzau.

Das Ziel des Plans, die Wälder in Schleswig-Holstein künftig zentral zu verwalten, ist es, Geld einzusparen. Von den rund 300 Mitarbeitern in den Forstämtern sollen nur noch 150 beschäftigt werden, die anderen 150 kommen in anderen Bereichen der Landesverwaltung unter. Entlassen wird niemand. Was aus den zwölf Mitarbeitern des Forstamtes Segeberg wird, ist noch unklar. Forstdirektor Harald Nasse (49) weiß ebenfalls noch nicht, wo er nach dem 31. Dezember 2007 arbeiten wird.

Für die Bevölkerung ändert sich nichts. "Es kann sein, dass die Spaziergänger im Wald seltener auf einen Förster treffen", vermutet Harald Nasse. "Ansonsten wird niemand etwas von der Umstrukturierung merken." Das bedeutet: Etwa 90 Prozent der Waldfläche kann auch künftig betreten werden - und das kostenlos. Nur für die Anlage von Reitwegen oder für kommerzielle Waldführungen müssen die Nutzer zahlen.

Für den Erlebniswald Trappenkamp mit seinem pädagogischen Anspruch besteht keine Gefahr: Dieser Wald steht ohnehin unter der Leitung der Landesforstverwaltung. Daran ändert sich nichts.

Ungeklärt ist, was mit den Förstereien im Kreis Segeberg passiert. Das Forstamt Segeberg betreibt sieben Revierförstereien, das Forstamt Rantzau zwei. Einige werden mit Sicherheit ihren Betrieb einstellen. "Von den 43 Revierförstereien im Land wird es in Zukunft einige nicht mehr geben", sagt Michael von Abercron, Sprecher des Umweltministeriums. "Noch ist allerdings nicht geklärt, welche weiter bestehen."

Das "Bündnis Wald" des Naturschutzbundes Deutschland lässt bei seiner Kritik die betriebswirtschaftlichen Überlegungen beiseite. Diese Organisation kritisiert, dass die Waldpädagogik ihrer Ansicht nach künftig nur noch eine eher untergeordnete Rolle spielt. 30 Mitarbeiter sollen sich der Waldpädagogik widmen - das ist zu wenig, finden die Naturschützer.

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