Norderstedt: Schill-Partei will ins Rathaus

Missstände in der Verwaltung plant der Vorsitzende des Ortsverbandes, Otmar Korte, als erstes anzupacken.

Norderstedt. In Norderstedt ist der erste Ortsverband der Partei rechtsstaatlicher Offensive im Kreis Segeberg gegründet worden. 25 Mitglieder bilden den Kern der Partei des Hamburgers Ronald Barnabas Schill. Darunter auch ein alter Bekannter: Hans Höpcker will versuchen, als Stadtvertreter erneut in das politische Geschehen in Norderstedt einzugreifen. Obwohl ein Kreisverband erst am Sonnabend gegründet wird, sind kreisweit bereits rund 100 Mitglieder in die Schill-Partei eingetragen. In Norderstedt will sich die neue Partei vor allem der Verkehrsprobleme annehmen. Von Ronald Schill fasziniert Die unkonventionelle Handlungsweise des früheren Richters Ronald Barnabas Schill ist es, die den Norderstedter Otmar Korte (40) fasziniert. Die Frische und die Gradlinigkeit des Hamburgers möchte der Rechtsanwalt auch in Norderstedt anwenden. Jetzt hat der politisch bisher nicht aktive Korte dazu Gelegenheit: Von den sieben anwesenden Parteimitgliedern wurde er einstimmig zum Vorsitzenden der Schill-Partei in Norderstedt gewählt. Sollte seine Partei bei der Kommunalwahl im nächsten Frühjahr in das Stadtparlament gewählt werden, so möchte Otmar Korte in der Verwaltung aufräumen. Denn dort hat er Missstände festgestellt: "Es gibt viele Fälle, bei denen die Verwaltung überhaupt nicht reagiert hat." Außerdem will er durch seine Tätigkeit als Rechtsanwalt eine Ungleichbehandlung der Bevölkerung festgestellt haben. Korte hat als Jurist einige unkonventionelle Urteile des Richters Schill genauer unter die Lupe und für sich festgestellt. "Sie sind in Ordnung." Dem umstrittenen Internierungskonzept für Ausländer des Schill-Politikers Barth-Völkel kann Korte durchaus Sympathien abgewinnen: "In Zeiten der Seuchen sehe ich darin kein Problem." Der Stellvertreter von Otmar Korte ist ein alter Bekannter in der Norderstedter Kommunalpolitik: Hans Höpcker (53) war früher bereits Stadtvertreter für die von ihm mitgegründete Bürgerpartei, schied dann aus dieser Partei aus und beendete die letzte Legislaturperiode als fraktionsloser Abgeordneter. Nach fünf Jahren Pause möchte der Immobilienmakler einen neuen Anlauf als Kommunalpolitiker nehmen. Er will sich konkret der Verkehrsprobleme in Norderstedt annehmen: Die Pläne für den Ochsenzoll-Kreisel mit Unterführung sollten seiner Ansicht nach so schnell wie möglich aus der Schublade gezogen und realisiert werden. Außerdem will er sich für eine großräumige Umgehungsstraße für Norderstedt mit Autobahnanschluss Norderstedt-Mitte stark machen. Nur so kann seiner Ansicht nach Garstedt vom Verkehr befreit und die Quickborner Straße entlastet werden. Die Versprechungen satt Schatzmeisterin Sonja Paulisch (54) hat sich für die Schill-Partei entschieden, weil sie die Versprechungen der anderen Parteien nicht mehr hören kann: "Es kommt doch nichts dabei heraus; die Schill-Partei spricht das an, was die Leute hören wollen." Bewährter Geburtshelfer der Norderstedter Schill-Partei war der Schill-Intimus und Hamburger Bürgerschaftsabgeordnete Bodo Theodor Adolphi, der die Norderstedter Parteimitglieder mit den Regularien vertraut machte. Adolphi war auch dabei, als in der vergangenen Woche der Kreisverband Pinneberg gegründet wurde. Mit Dieter Schreck war der schleswig-holsteinische Spitzenkandidat für die Bundestagswahl nach Norderstedt gekommen. Die Kaltenkirchenerin Sonja Krimm hat die Aufgabe übernommen, am Sonnabend in Norderstedt den Kreisverband der Schill-Partei zu gründen. Sie geht davon aus, dass die Schill-Partei bei den Kommunalwahlen im März 2003 in sieben bis acht Städten und Gemeinden im Kreis Segeberg antritt. Am 31. August wird der Landesverband der Schill-Partei gegründet.