Norderstedt

Familienfeier eskalierte und endete vor Gericht

Norderstedt

Es begann als Streit unter alkoholisierten Brüdern während einer Familienfeier und endete in einem Drama für den Angeklagten. Der hatte am 30. November vergangenen Jahres seinen Geburtstag zusammen mit dem 50. seiner Mutter im Vereinshaus der Kleingartensiedlung Friedrichsgabe "so richtig gefeiert", was für Mathias B. (30) nur in Verbindung mit viel Alkohol möglich war.

Als er sich mit einem Freund seines Bruders Martin (21) zu streiten begann, ging der sofort dazwischen und schimpfte, daß er jetzt schon genauso wäre wie sein Vater, der als Alkoholiker starb. Da brannte beim Angeklagten die Sicherung durch. Er schlug so heftig auf seinen Bruder ein, daß der Gastwirt des Vereins die Polizei rief.

Beim Anblick der Polizeibeamten ergriff Mathias B. in Panik ein auf dem Tisch liegendes Buttermesser, will es aber sofort wieder weggeworfen haben. Für die Polizeibeamten war das Messer jedoch der Auslöser für eine überfallartige Festnahme mit Gewaltanwendung. Obwohl der Angeklagte bereits gefesselt und blutüberströmt am Boden lag, sollen die Beamten noch auf ihn eingetreten haben. Einer soll sogar seine Pistole gezogen haben, so die Aussagen des Angeklagten.

Noch vor Gericht brach Mathias B. in Tränen aus, als er seine Festnahme durch die Polizei schilderte. "Ich verstehe nicht, warum ich hier sitze und nicht die Polizisten, die mich fast kaputtgeschlagen haben! Die gehören bestraft, nicht ich", so der Angeklagte. Eine Steigerung der Gewalttätigkeiten durch die Polizeibeamten soll es noch bei der ärztlichen Blutentnahme gegeben haben, als der Angeklagte seinen Arm wegriß.

Nach Anhörung des Amtsarztes, der bestätigte, daß der Angeklagte völlig außer Kontrolle war, sah Amtsrichter Reinhard Leendertz die Anklage bestätigt. Sein Urteil nach vier Verhandlungstagen: 75 Tagessätze à 10 Euro wegen Beleidigung, Bedrohung und Widerstand gegen die Staatsgewalt.