Trendsport: In Henstedt-Ulzburg steht die einzige Paintball-Halle der Region

Sie wollen doch nur spielen!

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Tina Jordan

In der Großgemeinde trainieren Bundesliga-Cracks. Aber auch Anfänger können den Umgang mit Luftdruckwaffen und Farbbeuteln üben.

Henstedt-Ulzburg. Torben Bessmann spielt mit den "Bad Boys" in der DPL - der Deutschen Paintball Liga. Paintball ist ein Mannschaftssport, der - natürlich - seinen Ursprung in den USA hat und bei dem sich die Gegenspieler mit Hilfe von Luftdruckwaffen und Farbmunition gegenseitig beschießen, was im Fachjargon "markieren" genannt wird. Die Farbmunition besteht aus Lebensmittelfarbe, 70 Prozent Fett, Stärke und einer Gelatinehülle.

Der 28-jährige Torben trainiert drei- bis viermal in der Woche im Gewerbegebiet von Henstedt-Ulzburg. Im November wurde in der ehemaligen Tischlerei von Werner Hesebeck eine Paintballhalle mit Verkaufsgeschäft eingerichtet. Auf den beiden 16 x 45 Meter großen Spielfeldern toben sich seitdem Paintballer aus ganz Norddeutschland aus. Die Halle ist die einzige in der Region.

Als Schutz vor den Farbkugeln, die mit einer Geschwindigkeit von etwa 60 Metern pro Sekunde aus einer Luftdruckwaffe abgefeuert werden, trägt der Paintballer einen bequemen Overall. "Wenn die Kugel mich am Körper trifft, dann gibt's schon mal blaue Flecken, aber das ist ungefähr so, als wenn man sich stark kneift", sagt Torben Bessmann, der vor acht Jahren Paintball für sich entdeckte. Verletzungen, die man sich beim Fußball- oder Handball zuziehe, seien viel schmerzhafter. Damit es keine ernsthaften Verletzungen geben kann, tragen die Sportler zudem Ellenbogen- und Knieschützer, Tiefschutz, Halsschutz und Handschuhe. Auch die Laienspieler, die einfach den Trendsport mal ausprobieren wollen, werden von den Hallen-Betreibern Daniel Doray, Susanne Colo und Sören Rietdorf mit Schutzanzügen und Sicherheitsutensilien ausgestattet. "Wir legen großen Wert auf Sicherheit und Regeleinhaltung. Jede Paintballgruppe bekommt einen Betreuer mit auf das Spielfeld, der koordiniert und kontrolliert!", betont Daniel Doray.

Im Gegensatz zu den Freizeitspielern sind die "Bad Boys" beim Training allein auf dem Spielfeld, auf dem sich zahlreiche Hindernisse befinden, unterwegs. Ausgerüstet mit einem Markierer, jeder Menge Paintballs im Hopper, dem Munitionsbehälter, und einer am Markierer befestigten Druckluftflasche ziehen die Männer auf das Spielfeld. Klare Kommandos werden gegeben - jeder Spieler weiß, hinter welchem Gummihindernis er Position beziehen muss. "Wenn wir in der Liga zu Turnieren oder Punktspielen fahren, erarbeiten wir vorab ein sogenanntes Paintball-Layout, um uns so im Detail auf die Spielsituation im jeweiligen Turnierort einzustellen", sagt Hauke Hanssen (29).

Rasant ist das Spiel, schnelle Reaktionen sind gefordert, Teamfähigkeit und Treffsicherheit. Für den 26-jährigen Sebastian Lemke aus Norderstedt ist es kein Problem, zielgenau Teamkollege Dirk Richter (30) zu markieren. "Das gibt einen ganzen schönen Knall; und zuerst erschreckt man sich enorm, aber das ist reine Gewöhnungssache", sagt Dirk Richter. Sein Markierer und die Maske sind gelb verschmiert, er legt seine flache Hand auf den Kopf: Das ist das Zeichen, das allen signalisiert, dass ein Spieler getroffen ist und ausscheidet. Bei professionellen Spielen sind oft bis zu acht sogenannte Marshalls auf dem Spielfeld, um bei den oft nur wenige Sekunden dauernden Spielzügen überblicken zu können, wer nun eigentlich getroffen wurde. "Auch Frauen spielen inzwischen Paintball, und die sind definitiv die besseren Spieler", sagt Torben Bessmann. Während diese Ruhe und Überblick bewahren, seien Männer oft zu draufgängerisch. "Das Schöne an Paintball ist, dass wirklich jeder diesen Gemeinschaftssport ausüben kann, egal welche körperlichen Voraussetzungen er mitbringt", betont Paintball-Betreiberin Susanne Colo.

Aus einem Freizeitvergnügen, das früher meist in Privatwäldern stattfand, ist Paintball inzwischen weltweit zur Trendsportart aufgestiegen. "Wir distanzieren uns ganz bewusst vom Militärgehabe", sagt Daniel Doray. Die Markierer mit Kaliber 68 sind in Deutschland erst ab dem 18. Lebensjahr frei erwerbbar. Deswegen gilt auch in der Paintballhalle von Daniel Doray: Wer den Sport ausprobieren will, muss volljährig sein.

"Paintball ist Adrenalin pur. Auch wenn ich schon so lange spiele, es ist immer wieder spannend und aufregend", sagt Torben Bessmann.

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