Norderstedt

Streit um Polizeieinsatz bei Konzert

Soziales Zentrum spricht von aggressivem, die Beamten von normalem Verhalten

Norderstedt. Das Soziale Zentrum wirft der Polizei "unangemessenes, provozierendes und eskalierendes Verhalten" vor. Die links-alternative Gruppe hatte am Sonnabend zu einem Konzert mit Live-Musik in ihre Räume an der Straße In de Tarpen in Norderstedt geladen. "Gegen 23 Uhr erschien die Polizei, um eine vermeintliche Ruhestörung zu unterbinden. Daraufhin haben wir Türen und Fenster geschlossen", sagt Kai Liesch, Sprecher des Sozialen Zentrums.

Gegen 0.40 Uhr seien die Beamten erneut gekommen, obwohl die letzte Band ihren Auftritt längst beendet hatte. "Die Polizisten forderten uns auf, die Besucher nach Hause zu schicken", sagte Liesch. Die Polizei habe dann schnell das Gelände geräumt. Dabei seien die Beamten aggressiv vorgegangen und hätten die Besucher mit Hunden vom Haus weggedrängt. "Als Verein sind wir über dieses Vorgehen entsetzt. Spätestens mit dem Ende der Live-Musik kann nicht mehr von Ruhestörung die Rede gewesen sein", sagt Liesch. Die Besucher hätten gemütlich im Garten zusammen gesessen. Es sei nicht hinnehmbar, dass sich Besucher durch das Auftreten der Polizei bedroht fühlen und Veranstaltungen nicht mehr wahrnehmen. Konzerte seien eine wichtige Einnahmequelle. Das nächste Konzert ist für Sonnabend, 12. Juni, geplant.

Die Polizei dementiert die Vorwürfe. Es habe sich um zwei ganz normale Einsätze wegen Ruhestörung gehandelt, wie sie auch sonst bei privaten Partys und öffentlichen Veranstaltungen an der Tagesordnung seien. Das Soziale Zentrum sei nicht anders behandelt worden als jeder andere Bürger auch. "Die Beamten waren auch nicht aggressiv oder haben ihrerseits für eine Eskalation gesorgt", sagt Polizeisprecherin Silke Tobies. Grund für den zweiten Einsatz seien wieder Beschwerden von Anwohnern gewesen, die von "laut grölenden Leuten und Lärm" gesprochen hätten. Es sei üblich, dass vier Streifenwagen anrücken, wenn es sich um 50 Gäste handelt.