Grenzkontrollen

Jugendproteste an Grenzübergang nahe Flensburg

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Jugendorganisationen wie die Jusos protestierten an der deutsch-dänischen Grenze gegen die geplante Wiederaufnahme der Kontrollen.

Kruså/Harrislee. Es ist ein Bild ungewohnter Eintracht: Seite an Seite kämpfen Linke und Liberale, Grüne und Konservative für die gemeinsame Sache. Vertreter verschiedener politischer Jugendorganisationen aus Deutschland und Dänemark demonstrierten am Freitag am deutsch-dänischen Grenzübergang nahe Kruså nördlich von Flensburg „für eine Zukunft ohne Grenzen in Europa“, wie es auf einem Plakat hieß. Sie richteten sich gegen die geplante Wiedereinführung von Grenzkontrollen durch die dänische Regierung – zehn Jahre nach Inkrafttreten des Schengen-Abkommens. EU und Bundesregierung hatten die Pläne scharf kritisiert. Am 1. Juli soll nun über die Kontrollen entschieden werden. Dänemark will mit den Kontrollen an den Grenzen zu Deutschland und Schweden die internationale Kriminalität wirksamer bekämpfen.

Cornelius Samtleben, Landesvorsitzender der Jusos Schleswig-Holstein, kritisierte den „stumpfsinnigen Kleingeist der Inselpolitik“, der hinter den Kontrollplänen stehe. Populisten nutzten wirtschaftliche Unsicherheit, „um Angst vor dem Fremden zu schüren“. Europa sei aber kein Problem, sondern die Lösung. „Die dänische Regierung hat vergessen, dass offene Grenzen immer noch etwas Besonderes sind“, meinte Julien Motschiedler, der mit einer Gruppe der Jungen Europäischen Föderalisten aus Bremen und Niedersachsen gekommen war. Von der gemeinsamen Demonstration über Parteigrenzen hinweg zeigte sich der Bremer angetan: „Das geht alle Parteien an, da muss man über den Parteischatten springen.“

Schließlich ging es einem symbolischen Schlagbaum ans Holz: Er wurde zersägt, und unter Jubel und Applaus stiegen Luftballons mit der Europaflagge in den deutsch-dänischen Himmel. (dpa/abendblatt.de)