Braunschweig und Peine

Tausende demonstrieren gegen Neonazis

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Karina Scholz

Gegen Kundgebungen von Neonazis in Braunschweig und Peine haben 5.000 Menschen demonstriert. In Peine kam es zu Ausschreitungen.

Braunschweig/Peine. Nach Polizeiangaben nahmen an zwei Protestveranstaltungen in Braunschweig mindestens 2.400 Menschen teil. In Peine, wo den Rechtsextremen anders als in Braunschweig ein Marsch durch die Innenstadt genehmigt worden war, kam es zu Gewalt linker Demonstranten gegen Polizisten.

600 Rechtsextreme waren nach ihrer Kundgebung in Braunschweig mit den Zug ins 30 Kilometer entfernte Peine weitergefahren. Die Polizei nahm sie dort am Bahnhof in Empfang und trennte die Versammlung von Gegendemonstranten. Unter den 700 Gegendemonstranten waren auch linke gewaltbereite Straftäter, die versuchten, Polizeisperren zu durchbrechen. Sie wurden mit Pfefferspray zurückgedrängt. Dabei erlitt ein Polizist leichte Verletzungen. Vereinzelt flogen Steine aus der Menge der Gegendemonstranten in Richtung Polizei.

Proteste in Braunschweig ohne Gewalt

Die Protestveranstaltungen gegen Rechts in Braunschweig waren zuvor weitgehend friedlich abgelaufen. Lediglich am Sonnabendmorgen hatten nach Polizeiangaben 60 linke Demonstranten versucht, auf das abgesperrte Gelände für die Kundgebung der Rechtsextremen zu gelangen. Sie waren von den Beamten zurückgedrängt worden.

Im Anschluss an die Gegendemonstrationen strömten die Teilnehmer zu einem Bürgerfest sowie zu dem traditionellen Kulturfest „Braunschweig International“ in die Innenstadt. Dort zählte die Polizei insgesamt 5.000 Besucher.

Wegen des Kulturfestes war ein Marsch der Rechtsextremen durch die Braunschweiger Innenstadt verboten worden. Gerichtlich war den Neonazis nur erlaubt worden, sich zwischen 12.00 Uhr und 15.00 Uhr am Hauptbahnhof zu versammeln.

Oberbürgermeister erleichtert

Braunschweigs Oberbürgermeister Gert Hoffmann (CDU) zeigte sich am Samstagabend erleichtert über den Verlauf der Veranstaltungen. „Es scheint nun doch bei uns jedenfalls ruhiger abgegangen zu sein, als das befürchtet wurde“, sagte er.

Stadtverwaltung und Bürger waren zuvor besorgt, dass sich ähnliche Szenen wie bei einer NPD-Demonstration im Jahr 2005 abspielen könnten. Damals hatte die Polizei bei einem umstrittenen Einsatz 250 Gegendemonstranten und Passanten zweieinhalb Stunden lang eingekesselt. Auch Wasserwerfer wurden eingesetzt.

Der Braunschweiger Polizeipräsident Harry Döring lobte am Sonnabend die Besonnenheit der friedlichen Gegendemonstranten in Braunschweig. Sie hätten es der Polizei leicht gemacht, alle Versammlungen zu schützen. Der Einsatz war laut Döring der größte in Braunschweigs jüngerer Geschichte. Polizisten aus ganz Niedersachsen und anderen Bundesländern, darunter auch Reiter- und Hundestaffeln, waren präsent. Zu den Protestveranstaltungen in Braunschweig hatten Gewerkschaften, linke Politiker und zwei Bündnisse gegen Rechts aufgerufen.

Auch im thüringischen Nordhausen versammelten sich am Sonnabend Demonstranten gegen Rechts. 100 Menschen protestierten dort sowie in Sondershausen gegen ein Treffen der rechtsextremen ein Treffen der rechtsextremen NPD.