Klage von Contergan-Opfer abgewiesen

Norderstedt. Im ersten Contergan-Prozess gegen die Bundesrepublik Deutschland hat das Bonner Landgericht die Klage eines Opfers abgewiesen. Der 49 Jahre alte Kläger, ein Rechtsanwalt aus Norderstedt, hatte vom Bund einen symbolischen Schadenersatz von 5001 Euro gefordert. Das Gericht urteilte, die Klage sei verjährt (Az.: LG Bonn 1 O 211/10).

Der Kläger hatte dem Staat mehrere Pflichtverletzungen vorgeworfen. Einer der Klagepunkte: Es sei viel zu spät ein Arzneimittelgesetz erlassen worden. Bei entsprechender Kontrolle hätte der Zusammenhang zwischen dem Schlafmittel und Schädigung des Embryos erkannt werden können.

Der 49-Jährige hat angekündigt, mit seiner Klage durch alle Instanzen zu gehen, um schließlich beim Bundesverfassungsgericht Beschwerde einreichen zu können. Es sei ein "Politikum", dass die Contergan-Opfer nicht angemessen entschädigt würden, sagte der Kläger. Erst vier Jahre nach Markteinführung des Schlaf- und Beruhigungsmittels mit dem Wirkstoff Talidormid war es 1961 zurückgenommen worden. Da gab es bereits weltweit 10 000 Kinder, die mit Missbildungen geboren worden waren.