Grundwasser bei Erdgasförderung mit Quecksilber verseucht

Rotenburg. Bei der Erdgasförderung in Söhlingen im Landkreis Rotenburg sind durch Lecks in einer Leitung Gifte wie Quecksilber und aromatische Kohlenwasserstoffe wie Benzol schon vor Jahren in Grundwasser und Erdreich gelangt. Andreas Beuge, Sprecher des niedersächsischen Landesbergamtes, bestätigte gestern auf Anfrage einen entsprechenden Bericht des NDR-Wirtschaftsmagazins "Markt".

Er bestritt aber einen Zusammenhang mit der Anwendung des umstrittenen Fracing-Verfahrens, bei dem in großer Tiefe zum Teil gefährliche Chemikalien eingesetzt werden, um Erdgas aus dem Gestein zu lösen. Dass aber diese Methode in den 90er-Jahren in Söhlingen genutzt wurde, bestätigte er.

Passiert ist laut Beuge die Leckage einer Leitung für Lagerwasser bereits 2007, der Konzern ExxonMobil als Betreiber habe dies umgehend mitgeteilt. Aber erst Ende 2010 sei der Austausch von 2500 Kubikmeter verunreinigten Bodens abgeschlossen worden. Die Reinigung des verseuchten Wassers soll im Laufe dieses Jahres enden.

Nach Angaben von Beuge sind sowohl das Quecksilber wie die aromatischen Kohlenwasserstoffe im Untergrund gewesen, jedoch nicht durch den Einsatz der Fracing-Methode dort hingelangt: "Das würde überhaupt keinen Sinn machen für diese Technik."

Die niedersächsischen Grünen nennen diese Darstellung unglaubwürdig. Sie forderten von der Landesregierung "die Offenlegung aller Daten" zu den Fracing-Versuchen in Söhlingen und im übrigen Niedersachsen.