Wulff übernimmt umstrittene Ehrenpatenschaft

Bundespräsident schickt rechtsextremistischen Eltern eine Urkunde. SPD übt Kritik

Schwerin. Im Zusammenhang mit einer Ehrenpatenschaft für ein Kind angeblich rechtsextremistischer Eltern hat Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) Bundespräsident Christian Wulff kritisiert. "Es ist schade, dass sich der Bundespräsident nicht klarer von der demokratiefeindlichen Gesinnung der Eltern distanziert hat", sagte Schwesig.

Wulff hat, wie üblich, die Ehrenpatenschaft für das siebente Kind der Familie übernommen. Sein Amt hatte am Mittwoch mitgeteilt, dem Kind sei die Urkunde zugesandt worden. Der Bürgermeister von Lalendorf, Reinhard Knaack (Linke), hatte sich geweigert, die Ehrenurkunde und den dazugehörenden Betrag von 500 Euro den Eltern zu überbringen.

Bei Patenschaften stehe immer das Kind im Mittelpunkt, begründete Wulff seine Entscheidung. Es gehe allein um das neugeborene Kind und nicht um die Eltern. "Alle sind aufgefordert, für ein Klima zu sorgen, in dem Kinder demokratisch erzogen werden."

Die SPD-Bundesvize Schwesig sagte dazu: "Mutig wäre nicht ein allgemeiner Appell an alle, für ein Klima zu sorgen, in dem Kinder demokratisch erzogen werden, sondern in diesem konkreten Fall die direkte Aufforderung an die Eltern." Schwesig warf den Eltern vor, die Geburt ihres Kindes bewusst politisch zu instrumentalisieren.