Anklage fordert lebenslange Haft für Mord vor 29 Jahren

Stade. Im Prozess um den gewaltsamen Tod der Abiturientin Swantje vor 29 Jahren hat die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft für den Angeklagten gefordert. Für die Anklagebehörde sei der Tatvorwurf Mord erwiesen, sagte eine Sprecherin des Landgerichts Stade.

Die Verteidigung des heute 50 Jahre alten Mannes plädierte auf Freispruch. Die Indizien seien für eine Verurteilung nicht ausreichend, sagte Rechtsanwalt Horst Wesemann.

Die 21-Jährige war in der Nacht zum 24. August 1981 in Neuenkirchen nahe der Niederelbe mit 64 Messerstichen getötet worden. Die nackte Leiche war erst drei Tage später gefunden worden. Die Kleidungsstücke lagen verstreut in der Nähe. Neue DNA-Untersuchungsmethoden brachten die Polizei erst 2008 auf die Spur des Angeklagten. Sein genetischer Fingerabdruck wurde am T-Shirt des Opfers gefunden.

Für Wesemann ist dies zwar ein Indiz, dass sein Mandant an dem Ort war. "Aber es ist kein Indiz für die Tötung selbst." Sein Mandant habe bei der Polizei zugegeben, damals am Tatort gewesen zu sein und Bekleidung angefasst zu haben. Dabei habe er auch die Leiche gesehen und sei weggelaufen.

Das Urteil soll am 3. November gesprochen werden. Nur eine Verurteilung wegen Mordes kann den 50-Jährigen ins Gefängnis bringen. Denn Totschlag verjährt nach 20 Jahren.