Rückkehr der Störe über Europas größte Fischtreppe

Geesthacht. Wandernde Fische sollen künftig wieder vermehrt die Elbe besiedeln. An diesem Donnerstag eröffnet Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) gemeinsam mit Vattenfall-Chef Tuomo Hatakka am Stauwehr von Geesthacht die größte Fischtreppe Europas. Für 20 Millionen Euro hat der Energiekonzern eine 550 Meter lange Anlage aus 45 Becken ans Nordufer der Elbe gebaut. Die Fischtreppe gehört zu den Umweltmaßnahmen, zu denen sich Vattenfall im Zusammenhang mit dem Bau des umstrittenen Kraftwerks Moorburg in Hamburg verpflichtet hat, rund 25 Kilometer von Geesthacht entfernt.

Die Anlage soll verschiedenen Fischarten helfen, die am oberen Lauf der Elbe, in Sachsen oder Tschechien, ihre Kinderstube haben. Sie ziehen nach einigen Monaten flussabwärts in die Nordsee und kehren viele Jahre später an ihren Laichplatz zurück. Dazu zählen zum Beispiel der Atlantische Lachs und die Meerforelle. Umgekehrt läuft es beim Aal: Er verbringt sein Leben in Flüssen und Seen im Binnenland und laicht im Saragossa-Meer im Atlantik. Die jungen Glasaale wandern dann wieder die Flüsse hinauf. Der spektakulärste Wanderfisch ist jedoch mit mehr als drei Meter Länge der Atlantische Stör. Er ist an der Elbe ausgestorben, soll aber wieder angesiedelt werden.

Die Staustufe Geesthacht wurde vor 50 Jahren in Betrieb genommen und war von Fischen nicht zu überwinden. Seitdem gibt es keine Störe mehr in der Elbe. Bis dahin fingen die Fischer in Hamburg jährlich rund 7000 Störe. Gegenwärtig kommt der Stör nur noch in Frankreich vor. Das Geesthachter Wehr gilt für ganz Nordeuropa als die entscheidende Stelle für die Wiederansiedlung des Störs.

An der Staustufe Geesthacht gibt es zwar bereits eine Fischtreppe, die aber nur kleinere Fischarten nutzen konnten. Die Becken der neuen Anlage sind 16 Meter breit und neun Meter lang, genug für Fische bis zu einer Länge von 3,50 Metern. Durch 1,20 Meter hohe Schlitze an den Seiten der Becken bewegen sie sich treppauf.