Geldinstitute

Aufsichtsrat zur HSH-Krise: "Nichts machte hellhörig"

Kiel. Der Aufsichtsrat der HSH Nordbank hätte den Absturz des Geldinstituts mit den damals vorliegenden Informationen nicht verhindern können. Das meint Olaf Behm, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates. "Von allen Experten, den hauptberuflichen Aufpassern, kam immer die Aussage: ,Nichts Auffälliges, alles bestens'", sagte Behm am Montag vor dem Untersuchungsausschuss des schleswig-holsteinischen Landtages.

Betriebsratschef Behm räumte ein, dass die Bank, die 2009 mit Milliardenkrediten der Länder Schleswig-Holstein und Hamburg gerettet wurde, Fehler gemacht habe. Das stehe in der Rückschau außer Frage. Damals sah die Situation seiner Ansicht nach allerdings anders aus: "Es gab nicht den leisesten Ton, der uns hätte hellhörig werden lassen. Leider."

Wann es erste kritische Fragen zu den risikoreichen Kreditersatzgeschäften vonseiten der Landesregierung im Aufsichtsrat gegeben habe, könne er nicht mehr erinnern. Aber Finanzminister Rainer Wiegard (CDU) und Lothar Hay (von Januar 2008 bis Juli 2009 SPD-Innenminister) hätten sich als Aufsichtsratsmitglieder "auf jeden Fall" im Herbst 2007 und im Frühjahr 2008 rege an der Diskussion beteiligt, sagte der 39 Jahre alte Banker.