Pannenreaktor

Krümmel: Vattenfall widerspricht Kubicki

Kiel. FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki hat mit seinem Interview im Abendblatt heftige Reaktionen ausgelöst. Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) stellte sich hinter HSH-Chef Dirk Jens Nonnenmacher, dessen Entlassung Kubicki gefordert hatte. Der Energiekonzern Vattenfall wies die FDP-Forderung zurück, das Atomkraftwerk Krümmel stillzulegen.

Der Ministerpräsident habe "weiterhin Vertrauen" zu Herrn Nonnenmacher, sagte Regierungssprecher Knut Peters. Kubicki hatte den Kopf des HSH-Chefs gefordert und an den Quartalszahlen der Nordbank gezweifelt. "Ich bin in der Lage, jede Bilanz für ein Jahr sauber zu frisieren."

Die Grünen erinnerten Kubicki daran, dass die FDP in Schleswig-Holstein mitregiere. Der Liberale "sollte darauf dringen, dass sich die Landesregierung unverzüglich mit dem Hamburger Senat ins Benehmen setzt, um eine schnellstmögliche Abberufung von Herrn Nonnenmacher zu erreichen", sagte der Grünen-Abgeordnete Thorsten Fürter. Er kündigte eine Kleine Anfrage zu der Kubicki-Forderung an, um die Regierung zu einer klaren Aussage zu zwingen.

Vattenfall stellte klar, dass das Atomkraftwerk Krümmel im Laufe des Jahres wieder ans Netz gehen solle. "Wir arbeiten daran, das Kraftwerk wieder anfahrbereit zu machen", sagte Vattenfall-Sprecherin Barbara Meyer-Bukow. Kubicki hatte vorgeschlagen, den umstrittenen Meiler stillzulegen und die Reststrommenge auf das Atomkraftwerk Brokdorf zu übertragen. Krümmel ist seit einem Störfall im Juli 2009 vom Netz.

( (ubi) )