Zwei Doppelmorde bei Lüchow-Dannenberg

Polizei jagt Vierfachmörder in Norddeutschland

Es geht um die beiden ungeklärten Doppelmorde bei Lüchow-Dannenberg. Nun können die Taten vielleicht durch zwei Haare aufgeklärt werden.

Lüneburg. 20 Jahre nach zwei mysteriösen Doppelmorden im Staatsforst Göhrde (Landkreis Lüchow-Dannenberg) plant die Polizei, die letzten verbliebenen Spuren auszuwerten. Zwei Haare aus einem Auto, die den Opfern und ihrem Umfeld nicht zugeordnet werden konnten, sollen genetisch untersucht werden, sagte ein Polizeisprecher. Die Ermittler haben nur einen Versuch, da beide Haare beim Test zerstört werden. Ohnehin kann bei ausgefallenen Haaren die vollständige DNA nur mit 60 Prozent Wahrscheinlichkeit isoliert werden. Die Ermittler erhoffen sich so eine Spur zum Täter zu erhalten.

Am 12. Juli 1989 hatten Beerensammler im Göhrdewald zwischen Lüneburger Heide und Elbe die teilweise skelettierten Leichen der Eheleute Peter (51) und Ursula Reinold (45) aus Hamburg-Bergedorf entdeckt. Das Paar war sechs Wochen zuvor als vermisst gemeldet worden. Die Todesursache konnte nicht mehr ermittelt werden. An diesem Tag geschah von den Spuren sichernden Polizeibeamten unbemerkt nur 800 Meter entfernt der zweite Doppelmord: Ingrid Warmbier (45) aus Uelzen wurde der Schädel zertrümmert, ihr Freund Bernd-Michael Köpping (43) aus Hannover stranguliert und mit einem Kopfschuss getötet. Natürlich kann es laut Polizei sein, dass die Haare überhaupt nicht vom Täter stammen. Und auch, ob sich beim Abgleich mit den DNA-Datenbanken der Polizeibehörden ein Treffer ergibt, ist völlig offen. Dennoch wollen die Lüneburger Ermittler, die im Laufe der Jahre fast 2000 Spurenakten angelegt und annähernd 10.000 Menschen befragt haben, die Chance nutzen. Schließlich sei es wahrscheinlich, dass der Täter immer noch eine Bedrohung darstellt: Gefühlskalt und psychisch gestört, so lautete die polizeipsychologische Beurteilung dieses Menschen. Er hatte die Paare beobachtet und handelte offenbar aus sexuellen Motiven.