Spontane Unterschriften-Aktion aus Angst vor technischem Defekt

Lübeck: Fluggäste gehen auf die Barrikaden

Technische Probleme lösten am Mittwoch bei einigen Passagieren des Ryanair-Fluges FR 3596 Panik aus. Mit einer Unterschriften-Aktion weigerten sie sich, an Bord der defekten Maschine zu gehen. 20 Gäste stornierten die Buchung, der Abflug verzögerte sich um neun Stunden.

Lübeck. Eine Sprecherin des Flughafens Lübeck bestätigte am Donnerstag eine Meldung der "Lübecker Nachrichten" über den Vorfall vom Vortag. Demnach sitzt der Schock nach dem Absturz eines Spanair-Fluges im August mit 154 Toten tief. Offenbar fürchteten einige der 176 Passagiere in Lübeck, ein ähnliches Schicksal zu erleiden. Wegen technischer Probleme waren sie zunächst über eine Verzögerung ihres Fluges nach Pisa informiert worden waren. Nach Angaben der Lübecker Nachrichten gingen dann wegen der Warterei bei einigen Fluggästen die Nerven durch. Sie sammelten Unterschriften, um einen möglichen Start zu verhindern. 20 Passagiere stornierten sogar ihre Buchung aus Ärger über die Verspätung.

Den Lübecker Nachrichten zufolge war die Aufregung jedoch unbegründet. Demnach war es zu keinem Zeitpunkt der Plan, das Flugzeug mit dem Defekt starten zu lassen. Vielmehr sei es zu der Verspätung gekommen, weil Ryanair ein Ersatzteil aus Stockholm einfliegen ließ. Diese Information sei bei den Passagieren jedoch nicht richtig angekommen. Im Endefekt musste der für 12.45 Uhr angsetzte Start um neun Stunden verschoben werden.

Der Vorfall am Lübecker Flughafen ist nicht der erste Passagier-Boykott nach der Katastrophe von Madrid. Erst im September war es in Nürnberg zu einer ähnlichen Unterschriften-Aktion gekommen. Damals hatte die Anzeige für eine Landeklappe nicht ordnungsgemäß funktioniert. Die Passagiere erwirkten mit ihrer Aktion den Einsatz einer Ersatz-Maschine.

Filme von der Flugzeug-Katastrophe in Madrid
( dpa, abendblatt.de )