Erdbeben bei Verden - hat Gasförderung damit zu tun?

In der Gemeinde Landwedel nördlich von Verden hat es in der Nacht zu Donnerstag ein Erdbeben der Stärke 2,8 gegeben - in unmittelbarer Nähe einer Gasförderstätte.

Verden/Hannover. Das Beben wurde von mehreren Menschen als Stoß wahrgenommen, verbunden mit einem lauten Knall. Schäden traten laut Mitteilung des Bundesamtes für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover aber nicht auf.

Der Vorfall wird vermutlich die Diskussion wieder beleben, ob von der Gasförderung vor allem zwischen Elbe und Weser in Niedersachsen nicht doch Gefahren für Menschen ausgehen können. Im Jahr 2004 hatte es in der Nähe von Soltau bereits ein schwereres Beben der Stärke 4,5 auf der Richterskala gegeben. Ein Sprecher der RWE Dea mit Sitz in Hamburg, die das Erdgasfeld im Ortsteil Völkersen ausbeutet, erklärte dazu, nach Einschätzung des Unternehmens sei es "nahezu nicht möglich", dass die Erdgasförderung solche Folgen habe. Dies sei gegenwärtig Thema eines wissenschaftlichen Diskurses. Es würden alle Anstrengungen unternommen, um hier Klarheit zu schaffen.

In dem Betrieb Völkersen hat RWE Dea seit 1994 insgesamt etwa zehn Milliarden Kubikmeter Gas gefördert. Das Gas kommt aus einer Tiefe von rund 5000 Metern, es ist dort in den Poren des Gesteins enthalten. Es bleiben also auch keine klassischen Hohlräume wie bei der Förderung von Kohle oder Öl.

Das Bundesamt für Geowissenschaften hat die Anwohner aufgefordert, Beobachtungen zu melden. Problem der Fachleute: Die nächstgelegene Messstation ist 78 Kilometer von Langwedel entfernt, das macht es schwierig, Ort und Tiefe des Beben festzustellen.

( fert )